„Mehr denn einmal sterben kann er nicht“ – Jetzt soll eine Tierärztin aus Hawaii dem Wal helfen

Neue Hoffnung für den festsitzenden Wal? Seit Ende März liegt das Tier an der Ostseeküste. Die einen sagen, dass er sterben will – andere glauben an eine Rettung. Nun wird eine Tierärztin aus den USA eingeflogen.

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Seit Wochen scheitern Rettungsversuche für einen Buckelwal in der Ostsee. Der Meeressäuger, der aktuell geschwächt vor der Insel Poel liegt, soll jetzt Hilfe aus dem Ausland bekommen.

Wie die „Bild“ berichtet, haben die Pferdesport-Unternehmerin Karin Walter-Mommert und Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz eine Tierärztin aus Hawaii einfliegen lassen. Die Veterinärmedizinerin Jenna Wallace sei auf Meeressäuger spezialisiert, heißt es weiter, und treffe am Freitag beim Wal ein.

„Sie hat schon Wale operiert. Die Frau ist eine positiv energische Person, die aber nicht überstürzt handelt. Wir sind froh und dankbar, sie dabei zu haben“, zitiert „Bild“ Walter-Mommert. Auch Unterstützer Gunz zeigt sich optimistisch: „Bei der Begutachtung wurden kleine Verletzungen festgestellt, aber nichts Ernstes. Es gibt einen Haken beim Maul, der muss noch entfernt werden. Die gute Nachricht: Offenbar ist nur ein kleiner Rest vom Netz in den Zähnen, das wird laut unseren Experten irgendwann von allein abfallen.“

„Mehr als einmal sterben kann er ja nicht“, sagte Gunz der Nachrichtenagentur dpa. Ohne die Aktion werde der Wal in jedem Fall sterben. „Wenn man was versucht, dann hat man zumindest die Chance, dass man ihn rettet.“

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Zeitgleich soll am Freitag eine am Donnerstag abgebrochene Rettungsaktion wieder gestartet werden: Es wird versucht, den Bereich unter den Brustflossen des Wals freizuspülen. Anschließend soll das Tier mithilfe von Luftkissen angehoben werden, um eine Plane darunter platzieren zu können. Auf dieser zwischen zwei Pontons gespannten Plane soll der Wal dann abtransportiert werden. Ein Schlepper soll diese ziehen.

Die Verantwortung der Rettungsaktion liegt komplett bei den Initiatoren, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD), auch finanziell. „Die haben unser Haus komplett freigestellt.“

Die Situation des Wals hatte zuletzt für starke Emotionen gesorgt. Von Anfeindungen und sogar Morddrohungen gegen Beteiligte war die Rede. Menschen protestierten auf Poel und drangen in einen Sperrbereich ein.

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Am Wochenende musste die Wasserschutzpolizei sogar eine Frau in der Nähe des Wals aus dem Wasser holen, nachdem sie von einem Ausflugsschiff gesprungen war.

jm

Source: welt.de

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