Medienkonzern bekommt Neuen Chef: Josh D’Amaro soll Disney resultieren

Die seit Jahren schwelende Führungsfrage bei Walt Disney ist geklärt: Josh D’Amaro wird der nächste Vorstandsvorsitzende des amerikanischen Unterhaltungskonzerns. Das teilte Disney am Dienstag mit. Er wird Nachfolger des langjährigen Vorstandschefs Bob Iger. Der 54 Jahre alte D’Amaro, der bislang Disneys Geschäft mit Freizeitparks geführt hat, soll seinen Posten am 18. März antreten. Iger, der 74 Jahre alt ist, soll noch bis zum Ende des Jahres einen Sitz im Verwaltungsrat und einen Beraterposten halten.

Der künftige Vorstandschef Josh D’Amaro ist seit 28 Jahren im Unternehmen. Die von ihm bisher geführte Sparte, zu der neben Freizeitparks auch Kreuzfahrtschiffe gehören, ist das profitabelste Geschäft von Disney. Er wurde seit einiger Zeit als Favorit im Rennen um die Iger-Nachfolge gesehen. Als seine ernsthafteste Konkurrentin galt Dana Walden, die bisher das Film- und Fernsehgeschäft führt. Sie soll im Unternehmen bleiben und eine neu geschaffene Rolle als Präsidentin und Chief Creative Officer bekommen.

Iger kann nicht loslassen

In der Branche wurde das Rennen um die Nachfolge an der Spitze von Disney mit Spannung verfolgt. Iger hatte einen Ruf als ewiger Vorstandschef, der nicht loslassen kann. Er hatte Disney schon von 2005 bis 2020 geführt und auch in der ersten Amtszeit seinen Abschied hinausgezögert. Sein Rückzug wurde schon einmal für 2015 angekündigt, dann aber wurde sein Vertrag drei Mal verlängert. 2020 ging er schließlich doch, ihm folgte damals Bob Chapek nach. 2022 wurde Chapek abrupt abgelöst, und Iger kehrte zurück.

Iger genießt einen glänzenden Ruf in der Unterhaltungsindustrie. Als er 2005 an die Spitze rückte, steckte das Unternehmen in einigen Schwierigkeiten. Es war kurz zuvor Ziel eines am Ende erfolglosen feindlichen Übernahmeversuchs geworden. In seiner besonders traditionsreichen Zeichentricksparte hatte es eine Reihe von Flops hinter sich.

Der scheidende Chef stärkte Disney mit mehreren teuren, aber auch geschickten Akquisitionen. Beispielsweise kaufte er den Zeichentrickspezialisten Pixar und das „Star Wars“-Studio Lucasfilm. Unter ihm wurde 2019 auch der Videodienst Disney+ eingeführt, der schnell zu einem der wichtigsten Konkurrenten von Netflix wurde. Das Streaminggeschäft war zwar lange defizitär, mittlerweile bringt es Disney aber Gewinne ein.

BobDDisneyDreiEndeFilmFreizeitparksGewinneKreuzfahrtschiffeKurzLangeNetflixStar WarsUnternehmenWaltZeit