„Maßnahmen durch Schläferzellen“Geheimdienstexperte warnt vor iranischer Vergeltung in Europa
01.03.2026, 16:03 Uhr
Irans Staatsoberhaupt Ali Chamenei stirbt bei den jüngsten US-israelischen Angriffen auf das Land. Experten rechnen jetzt damit, dass das Mullah-Regime zurückschlagen könnte. Ihre Gewalt richtet sich dann unter Umständen auch gegen europäische Staaten.
In Deutschland wächst die Sorge, dass sich der Krieg im Nahen Osten auch auf die Sicherheitslage in Europa auswirkt. „Die Eskalation im Nahen Osten betrifft nicht nur die Region selbst“, sagte Marc Henrichmann, Vorsitzender des Bundestagsgremiums zur Kontrolle der Geheimdienste, der „Süddeutschen Zeitung“. „Das iranische Regime hat in der Vergangenheit wiederholt gezeigt, dass es seinen Terror auch außerhalb der eigenen Grenzen austrägt.“ Es befinde sich „aktuell im absoluten Überlebenskampf“.
„Vergeltungsmaßnahmen, auch durch iranische Schläferzellen in Europa, sind nicht auszuschließen“, sagte der CDU-Politiker weiter. Gerade israelische, jüdische und auch amerikanische Einrichtungen stünden seit Jahren im besonderen Fokus solcher Bedrohungen. Schutzkonzepte müssten, wo erforderlich, weiter angepasst werden. „Wachsamkeit ist jetzt das Gebot der Stunde“, so Henrichmann. Für Panik gebe es wegen der bereits bestehenden Schutzmaßnahmen aber keinen Grund.
Auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, warnte vor der Gefahr von Anschlägen: „Nach dem Angriff der USA und Israel auf den Iran müssen wir von einer gesteigerten Bedrohungslage für jüdisches Leben in Deutschland ausgehen“, sagte Klein den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Insbesondere nach der Tötung des iranischen Staatsoberhaupts und Religionsführers Ali Chamenei sei damit zu rechnen, dass der Iran seine Netzwerke hierzulande für Terroranschläge gegen jüdische und israelische Einrichtungen nutze. „Den Mechanismus zwischen erhöhten Spannungen im Nahen Osten und verstärkten Angriffen auf jüdisches Leben in Europa haben wir in der Vergangenheit immer wieder gesehen“, sagte er.
Sicherheit in Berlin erhöht
Die Berliner Polizei mobilisierte bereits mehr Einsatzkräfte in der deutschen Hauptstadt. „Angesichts der aktuellen Entwicklung im Nahen Osten beobachten wir die Lage sehr genau und stehen in engem Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden“, so die Polizei in Berlin.
Auch in anderen Bundesländern wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. In Hessen sei von einer erhöhten abstrakten Gefährdungslage auszugehen, insbesondere für jüdische, israelische und amerikanische Einrichtungen, teilte Innenminister Roman Poseck mit. „Die ohnehin schon auf sehr hohem Niveau durchgeführten Objektschutzmaßnahmen sind an relevanten Liegenschaften intensiviert worden“, erklärte der CDU-Politiker. Die Maßnahmen würden fortlaufend weiter überprüft. Zudem reagierte das Innenministerium in Sachsen-Anhalt mit einer Anpassung des Sicherheitskonzepts für jüdisches Leben entsprechend der dynamischen Entwicklung, wie das Ministerium in Magdeburg mitteilte. Die Polizei sei umgehend sensibilisiert worden, die bestehenden Schutzmaßnahmen mit höchster Priorität umzusetzen.
Source: n-tv.de