Explosionen und Rauchwolken in Teheran: Die Angriffe in Iran sind die heftigsten seit Beginn des Kriegs. Die Menschen sind müde und erschöpft. Ein Ende des Krieges liegt aber in weiter Ferne.
Explosionen in Teheran, auch in Nähe des Flughafens. Die ganze Nacht sind Einschläge zu hören gewesen, berichten Augenzeugen. Müde und erschöpft seien sie und ihre Familien. Nach einer Nacht in Teheran, die sie als die schlimmste seit Ausbruch des Krieges beschreiben.
Aufnahmen zeigen helle Explosionen und dicke Rauchwolken am Himmel. Iranische Medien berichten, auch der internationale Flughafen der Hauptstadt sei angegriffen worden. Die Beschreibungen passen zu dem, was die USA noch wenige Stunden vorher angekündigt hatten.
Trump fordert bedingungslose Kapitulation
So hatte US-Finanzminister Scott Bessent am Abend im US-Fernsehen gesagt: „Heute Nacht findet unser größtes Bombardement statt. Wir werden den iranischen Raketenwerfern und -fabriken größten Schaden zufügen. Wir schwächen sie erheblich. Unser bisheriges Vorgehen ist überwältigend.“ Bislang heißt es von US-amerikanischer Seite, man habe seit Kriegsbeginn 3.000 Ziele in Iran getroffen, darunter die Flugabwehr und Kriegsschiffe.
Ein neues Abkommen mit Iran schließt US-Präsident Donald Trump aus. Er verlangt vom iranischen Regime eine bedingungslose Kapitulation. Irans Präsident Massud Peseschkian wies das in einer Videoansprache zurück: „Dass wir bedingungslos kapitulieren, diesen Traum sollten sie mit ins Grab nehmen.“
Iran greift auch Nachbarstaaten weiter an
Iran feuert weiterhin Raketen in Richtung Israel. Auch Saudi-Arabien meldet Angriffe, unter anderem seien Drohnen abgefangen worden, die in Richtung eines Ölfelds unterwegs waren. Die Beziehungen zu den Golfstaaten sind angespannt, Präsident Peseschkian versucht zu beschwichtigen: „Ich bitte die vom Iran angegriffen Nachbarländer um Entschuldigung.“
Peseschkian kündigte an, dass es bestimmte Angriffe nicht weiter geben soll: „Die Entscheidung haben wir gestern im Übergangsführungsrat getroffen und an die Streitkräfte übermittelt. Sie sollen ab sofort keine Nachbarländer mehr angreifen oder Raketen auf sie abfeuern, es sei denn, wir werden von diesen Ländern angegriffen. Ich denke, wir sollten dies auf diplomatischem Wege lösen.“
Entgegen dieser Ankündigung meldeten mehrere Golfstaaten im Verlauf des Tages erneute Angriffe mit Raketen und Drohnen aus Iran. Die Ankündigung Peseschkians schloss nicht aus, dass weiterhin US-Ziele in den Golfstaaten angegriffen werden. Ein ranghoher Sprecher des iranischen Militärs hat bereits deutlich gemacht, man werde nicht nachlassen im Kampf gegen Israel und die USA, und werde die Angriffe auch künftig fortsetzen.
Peseschkian fordert Bürger zum Durchhalten auf
Wie lange der Krieg noch dauert, ist unklar. Für die Menschen in Iran bedeutet das weitere Tage der Angst. Das iranische Regime versucht, Normalität zu wahren, zeigt im Fernsehen Bilder von angeblichen Demonstrationen für das Regime.
Präsident Peseschkian ruft zum Zusammenhalt auf – und zum Kampfgeist. „Ich fordere die Bevölkerung unseres Landes – trotz aller bestehenden Schwierigkeiten – auf, jeden Abend vor Ort präsent zu sein. Ich bitte alle in Iran, ungeachtet ihrer Religion und ihrer Identität, ihre Präsenz zur Verteidigung der territorialen Integrität Irans zu zeigen.“ Peseschkians Aussage zeigt: Das Regime kämpft längst an mehreren Fronten um sein Überleben.
Source: tagesschau.de