Massenprotest gegen AfD-Jugend beginnt – Polizei setzt Wasserwerfer ein

30 angemeldete Demos gegen die Neugründung der AfD-Jugend, 6000 Polizisten im Einsatz – Gießen wird zur Hochsicherheitszone. Hessens Innenminister spricht von einer „herausfordernden Großlage“. Am Morgen wurde bereits eine Absperrung durchbrochen. Mehr im Liveticker.

Unter dem Namen „Generation Deutschland“ will die AfD in Gießen eine Nachfolgeorganisation für die „Junge Alternative“ gründen, die sich im Frühjahr aufgelöst hat. Seit dem Morgen kommt es zu massiven Protesten mit Blockaden und Demos gegen die Gründungsveranstaltung in der mittelhessischen Stadt.

09:55 Uhr – Angriff auf AfD-Anhänger

Ein AfD-Anhänger ist im Bereich des Parks an der Konrad-Adenauer-Brücke von einem Gegendemonstranten ins Gesicht geschlagen worden. Er war gemeinsam mit seiner Freundin auf dem Weg zur Veranstaltung. Mehrere Versuche, weiterzugehen, scheiterten. Die Polizei griff zunächst nicht ein, entfernte aber schließlich beide aus dem Bereich. Aktuell führt die Polizei eine Identitätsfeststellung bei beiden durch.

09:40 Uhr – Polizei setzt Wasserwerfer ein

Eine Gruppe des Bündnisses „Widersetzen“ ist über die B429 im Südwesten von Gießen marschiert. Auf einer Lahnbrücke stießen die Aktivisten auf massive Polizeipräsenz: Beamte in voller Montur, ein Dutzend Mannschaftswagen, zwei Wasserwerfer. Per Lautsprecher erfolgte mehrfach die Mahnung, keinen Widerstand zu leisten. Polizisten stürmten schließlich auf die Gruppe zu, schlugen auf einzelne Aktivisten ein, zerrissen ein Protestbanner und drängten den Pulk hinter die Leitplanke zurück. Nach minutenlangem Gerangel und mehrfacher Warnung setzte die Polizei auch einen Wasserwerfer ein, bis die Gruppe auf einen Feldweg abgedrängt und dort umstellt werden konnte.

09:05 Uhr – Große Gewerkschafts-Demo hat begonnen

In der Nähe der Gießener Innenstadt ist die voraussichtlich größte Kundgebung des heutigen Tages gestartet. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte die Aktion angemeldet, zu der nach Angaben der Polizei rund 30.000 Teilnehmer erwartet werden. Viele seien auch am Morgen schon früh auf den Beinen, mit Schildern wie „Wir sind mehr“, „Wir sind euer böses Gewissen“ oder „Gießen für eine bunte Zukunft“.

Die Kundgebung begann mit ersten Redebeiträgen und einem Aufruf, dass alles friedlich bleiben möge.

08:48 Uhr – Protestierende beschädigen Fahrzeuge und Laternen

Protestierende haben bei Lützellinden geparkte Fahrzeuge und Laternen beschädigt. Die Verantwortlichen kamen aus einer Gruppe von rund 2.000 Personen heraus, wie die Polizei mitteilte. An einer Blockade in Gießen hätten sich Einsatzkräfte zudem mit Pfefferspray gegen Steinewerfer verteidigt. Ein Polizist sei leicht verletzt worden.

08:12 Uhr – Massenprotest gegen AfD-Jugend beginnt

In Gießen kommt es seit dem Morgen zu massiven Protesten mit Blockaden und Demos gegen die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation in der mittelhessischen Stadt. Am Morgen kam es zu ersten, von den Aktivisten vorab angekündigten Blockaden. Zudem fanden sich Tausende Menschen zu Demonstrationszügen in der Stadt ein, im Tagesverlauf werden Zehntausende erwartet. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot und Beamten aus mehreren Bundesländern vor Ort, auch weil vorab Gewaltaufrufe aus der linken Szene kursierten.

Rund um Gießen gebe es Personengruppen, die an Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen „massiv“ die Straßen blockierten, sagte ein Polizeisprecher. An einem Verkehrskreisel in der Stadt blockierte laut Polizei ein Bus mit daran angeketteten Aktivisten den Weg. Etwa zehn Personen sollen sich demnach bei Gießen über der Bundesstraße 429 abseilen.

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Bei Lützellinden haben Protestierende geparkte Fahrzeuge und Laternen beschädigt. Eine Sprecherin sprach von einer „aktiven Lage mit vielen verschiedenen Schauplätzen“ in der Stadt. Protestierende skandierten „Alle zusammen. Gegen den Faschismus“ und „Stoppt die Brandstifter“ bei einer Kundgebung am Bahnhof. Auch an anderen Orten in der Stadt versammelten sich Demonstrierende. Ein großer Protestzug zog vom Bahnhof in die Innenstadt, in der im Tagesverlauf bei mehreren Demonstrationen, Kundgebungen und Mahnwachen rund 50.000 Demonstrierende erwartet werden.

dpa/AFP/fro/cvb/doli/gub

Source: welt.de

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