Bahnchefin Evelyn Palla wirbt bei den Fahrgästen um Geduld für die begonnene Sanierung des maroden Gleisnetzes für mehr Zuverlässigkeit der Züge. „Die Schiene in Deutschland in Ordnung zu bringen, dafür werden wir zehn Jahre brauchen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Auch wenn wir jetzt so viel Geld vom Bund bekommen wie nie zuvor, wird die Sanierung der Schiene lange dauern.“
Eisenbahn sei Mobilität, Freiheit, auch ein Lebensgefühl, sagte Palla. „Genau deswegen müssen wir etwas verändern, weil die Menschen den Reiz der Eisenbahn oft vergessen haben.“ Ihre Mission sei: „Eine Eisenbahn zu schaffen, auf die wir alle wieder stolz sind. Und zwar nicht nur die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner, sondern das ganze Land. Aber der Weg dorthin wird für alle steinig und schwer. So ehrlich müssen wir sein.“
Die Vorstandschefin betonte zugleich, es müsse „jetzt sofort auch ganz konkret bei den Kundinnen und Kunden ankommen, dass sich bei der Bahn etwas zum Positiven ändert“. Deswegen setze die Bahn Sofortprogramme für mehr Sauberkeit und Sicherheit am Bahnhof, für Komfort im Fernverkehr und eine bessere Reisendeninformation um.
Die Bahn kämpft seit Jahren mit einer maroden Infrastruktur, die aufgrund vieler Störungen ein großer Verursacher von Verspätungen und Ausfällen ist. Rund 40 besonders wichtigen Strecken sollen in den kommenden Jahren grundlegend saniert und dafür mehrere Monate lang voll gesperrt werden. Zur Finanzierung sollen Mittel aus dem großen schuldenfinanzierten Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaschutz eingesetzt werden.