marktbericht
Die weltweiten Märkte bewegt heute vor allem der Boom bei Künstlicher Intelligenz. Der Chiphersteller Nvidia – bekannt als Gradmesser der Branche – übertraf mit seinen Zahlen mal wieder die Erwartungen.
Experten erwarten am deutschen Aktienmarkt heute zum Handelsstart einen leichten Dämpfer. IG Markets prognostiziert für den DAX ein Minus von 0,2 Prozent. Er könnte somit auf 25.132 Punkte fallen.
Damit scheint das vorherrschende Thema an den weltweiten Börsen – der KI-Boom – den deutschen Aktienmarkt vorerst nicht weiter positiv zu bewegen. Der Chiphersteller Nvidia hatte am späten Abend seine starken Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorgestellt.
Sie reichten aber nicht aus, um den KI-Hype zurückzubringen, schrieb Marktexperte Thomas Altmann von QC Partners. Anleger blieben vorsichtig.
Im vergangenen Quartal sprang der Umsatz von Nvidia im Jahresvergleich um 73 Prozent auf 68,1 Milliarden Dollar hoch. Nvidia übertraf damit die Erwartungen der Wall Street. Die Ergebnisse sind zu einem Gradmesser für den Zustand der KI-Industrie geworden.
In den vergangenen Monaten flammte an den Börsen immer wieder mal die Sorge auf, dass die großen Erwartungen an das zukünftige Geschäft mit Künstlicher Intelligenz zu einer Blase bei den Aktienkursen von Tech-Unternehmen geführt haben könnten.
Doch Nvidia widerlegte die Sorgen. Für das laufende Quartal rechnet das Unternehmen mit 78 Millionen Dollar Umsatz. Experten hatten im Schnitt mit einer Prognose von rund 73 Milliarden Dollar gerechnet.
„Die Nachfrage nach Rechenleistung wächst exponentiell“, sagte Konzernchef Jensen Huang. Die Kunden überschlügen sich beim Bau neuer Rechenzentren.
Investoren nahmen diese Aussagen mit Erleichterung auf. Nvidia-Aktien stiegen im nachbörslichen Handel an der Wall Street um 3,5 Prozent, gaben dann aber nach. Grund dafür könnte eine Aussage der Finanzchefin sein. Sie befürchtet einen stärkeren Konkurrenzdruck aus China.
Die US-Aktienmärkte legten gestern ebenfalls zu. Die Quartalszahlen von Nvidia wurden dort aber erst nach Börsenschluss veröffentlicht. Anleger hofften im Vorfeld auf positive Resultate.
Der Leitindex Dow Jones schloss 0,6 Prozent höher bei 49.482 Punkten. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,8 Prozent auf 6.946 Zähler. Für den Nasdaq 100 ging es um 1,4 Prozent auf 25.329 Punkte hoch. Spannend bleibt, wie die US-Märkte heute auf die Zahlen reagieren.
Auch die asiatischen Börsen haben nach den überzeugenden Quartalszahlen von Nvidia heute zugelegt. In Tokio erreichte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index im frühen Handel ein Rekordhoch und notierte zuletzt 0,6 Prozent höher bei 58.924 Punkten. Der breiter gefasste Topix legte 1,4 Prozent auf 3.895 Zähler zu.
Ein wenig Erleichterung herrscht hingegen beim Thema Zölle, nachdem US-Präsident Donald Trumps Rede an die Nation ohne neue Drohungen ausgekommen ist. Das Thema scheint die Märkte somit vorerst nicht weiter zu bewegen.
Wichtig könnte jedoch eine heute stattfindende Verhandlungsrunde zwischen dem Iran und den USA werden. Delegationen beider Staaten wollen sich erneut in Genf treffen. Bei den Verhandlungen geht es unter anderem um das umstrittene iranische Atomprogramm. Anleger waren wegen der geopolitischen Unsicherheiten zuletzt zögerlicher geworden.
Heute hat die Deutsche Telekom ihre Jahreszahlen für 2025 vorgelegt. Der DAX-Konzern will im laufenden Jahr weiter wachsen. So soll der um Sondereffekte bereinigte Gewinn inklusive Leasingkosten (Ebitda AL) um sieben Prozent auf rund 47,4 Milliarden Euro steigen, teilte er in Bonn mit. Der bereinigte freie Finanzmittelzufluss (Free Cashflow AL) soll auf rund 19,8 Milliarden Euro ansteigen. 2025 wurden hier rund 19,6 Milliarden Euro verbucht.
Drei weitere DAX-Konzerne legten heute ebenfalls ihre Jahreszahlen für 2025 vor: Der Versicherungskonzern Allianz hat wegen geringerer Katastrophenschäden im vergangenen Jahr im Tagesgeschäft wie erwartet einen Rekordgewinn erzielt. Das operative Ergebnis stieg um gut acht Prozent auf knapp 17,4 Milliarden Euro.
Die Münchener Rück hat ihren Gewinn im vergangenen Jahr um acht Prozent gesteigert und die eigenen Ziele damit leicht übertroffen. Mit 6,12 Milliarden Euro lag das Konzernergebnis aber leicht unter den Schätzungen der Analysten.
Auch der Internetportal-Betreiber Scout24 hat 2025 dank einer hohen Kundennachfrage den Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. 2026 will das Unternehmen ebenfalls weiter zulegen.
Source: tagesschau.de