Marktbericht: In ruhigem Fahrwasser


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Stand: 18.12.2025 07:37 Uhr

Die EZB wird heute aller Wahrscheinlichkeit nach erneut die Zinsen unverändert belassen. Das ist wenig überraschend. Doch bis es heute Mittag soweit ist, dürfte sich an den Börsen nicht allzu viel tun.

Das Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) tagt heute zum letzten Mal in diesem Jahr. Mit einer Entscheidung für sinkende Zinsen wird nicht gerechnet. Dennoch starrt die Finanzgemeinde gespannt in Richtung Eurotower. Wie immer kommt es darauf an, welche Einschätzungen EZB-Chefin Christine Lagarde in ihrem Statement abliefern wird.

Bereits gestern war das Geschäft mit Aktien eher abwartend. Die Kurse waren leicht abgebröckelt. Der DAX fiel unter die Marke von 24.000 Punkten. Auch heute wird zum Handelsauftakt ein leichtes Minus erwartet.

An der Wall Street hatte ein Ausverkauf bei Technologiewerten die Indizes am Mittwoch ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index schloss 0,5 Prozent schwächer bei 47.886 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 1,8 Prozent auf 22.693 Stellen nach.

Auf der Stimmung lastete ein Bericht der „Financial Times“, wonach die Investmentgesellschaft Blue Owl Capital einen 10-Milliarden-Dollar-Deal für das nächste Rechenzentrum des Software-Riesen Oracle nicht unterstützen wird. Ein Oracle-Sprecher erklärte daraufhin, dass Blue Owl zwar aus dem Rechenzentrums-Deal ausgestiegen sei, dieser aber weiterhin planmäßig verlaufe. Oracle-Aktien knickten am Ende um fast fünfeinhalb Prozent ein.

Aufmerksamkeit zog zudem der Börsengang des Lieferanten von Medizinprodukten Medline auf sich. Die zu 29 Dollar je Stück ausgegebene Aktie schloss mit 41 Dollar, was ein Kursplus von etwas mehr als 40 Prozent bedeutet. Die Einnahmen aus dem Börsengang beliefen sich auf knapp 6,3 Milliarden Dollar, womit Medline in den USA der größte Börsengang des Jahres ist.

Der Börsenwert beläuft sich nach dem starken Kursanstieg auf rund 54 Milliarden Dollar. Medline produziert und vertreibt medizinische Produkte wie Handschuhe, Kittel und Untersuchungsliegen für Krankenhäuser und Ärzte.

Wegen der Konzentration auf den Rüstungsbereich will Rheinmetall seine zivilen Geschäftsaktivitäten verkaufen. Mit zwei Bietern soll der Verkauf verhandelt werden, eine Vertragsunterzeichnung strebt das Management für das erste Quartal 2026 an, teilte der Konzern am Mittwochabend mit. Bereits seit April seien Gespräche mit Interessenten geführt worden.

Bei dem zu verkaufenden Konzernteil handelt es sich vorwiegend um die Autozulieferung und Teile für die Energiewirtschaft, über einen Verkauf wurde bereits länger spekuliert. Die nachbörsliche Kursreaktion der Aktie auf der Handelsplattform Tradegate war überschaubar.

Von der Europäischen Zentralbank (EZB) wird heute derweil nicht mit einer Zins-Überraschung gerechnet. „Lediglich die jüngsten Äußerungen von EZB-Direktorin Isabel Schnabel könnten der Pressekonferenz im Anschluss an den Zinsentscheid noch etwas Würze verleihen“, urteilte Felix Schmidt, Volkswirt bei Berenberg.

Schnabel hatte auf längere Sicht wieder steigende Leitzinsen ins Gespräch gebracht. „Sowohl die Märkte als auch die Umfrageteilnehmer erwarten, dass der nächste Zinsschritt eine Anhebung sein wird, wenn auch nicht in naher Zukunft“, sagte Schnabel. Vergangene Woche hatte die US-Notenbank die Leitzinsen wie erwartet abgesenkt.

Source: tagesschau.de