Marktbericht: Die Kurse steigen, die Öl-Angst bleibt


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Stand: 10.04.2026 • 07:35 Uhr

An den Finanzmärkten setzen die Akteure auf die morgen startenden Verhandlungen zwischen Iran und den USA. Sie hoffen darauf, dass es in dem Krieg zu einer tragfähigen und dauerhaften Lösung kommt.

Nach dem Rückschlag vom Vortag dürfte es am europäischen Aktienmarkt zum Wochenabschluss wieder etwas aufwärts gehen. Der Broker IG taxierte den Deutschen Aktienindex (DAX) rund drei Stunden vor dem Xetra-Start 0,4 Prozent höher auf 23.895 Punkte. Vor den Verhandlungen zwischen Iran und den USA zeigen sich die Händler vorsichtig optimistisch.

Die Realität ist eine andere. Die Straße von Hormus bleibt blockiert, das heißt: Öl wird über diesen Handelsweg allenfalls tröpfchenweise transportiert und alle Seiten werfen sich gegenseitig vor, die am Wochenende vereinbarte Waffenruhe nicht einzuhalten. Trotzdem regiert das Prinzip Hoffnung. Die Ölpreise stagnieren – Öl der Nordseesorte Brent liegt bei knapp über 96 Dollar je Fass – und in Asien dominieren die Kursgewinne.

In Tokio legte der Nikkei-Index um 1,5 Prozent zu. In Schanghai stiegen Aktien im Schnitt um 0,8 Prozent. In Japan schauen Anleger wieder auf Unternehmenszahlen. So kletterten Aktien des Einzelhandelskonzerns Fast Retailing – das ist der Mutterkonzern der Ladenkette Uniqlo – nach Bilanzvorlage auf ein neues Rekordhoch.

Die Hoffnung auf eine friedliche Lösung des seit mittlerweile sechs Wochen andauernden Nahost-Konflikts hat auch die ‌US-Börsen angetrieben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ​schloss am Donnerstag 0,6 Prozent höher bei 48.184 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,6 Prozent vor, und der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,8 Prozent.

An diesem Freitag blicken Anleger auf den offiziellen US-Inflationsbericht für März. Die Teuerungsraten und die Zinspolitik der Notenbank ​stellten die Weichen für den weiteren Trend am Aktienmarkt, sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets. Die am Mittwochabend ‌veröffentlichten Protokolle der vergangenen Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve zeigten, dass eine wachsende Zahl von Mitgliedern eine Zinserhöhung zur Eindämmung der Inflation für notwendig halten könnte.

Bei den Einzelwerten sorgte Amazon für Aufsehen. Die Aktien des Online-Riesen legten um knapp 5,5 Prozent zu, nachdem Konzernchef Andy Jassy erklärt hatte, dass die Dienstleistungen für Künstliche Intelligenz (KI) in der Cloud-Sparte einen Jahresumsatz von mehr als 15 Milliarden Dollar generieren. „Viele Leute zweifeln an den potenziellen positiven Auswirkungen von KI, und ich denke, Amazon hat gezeigt, dass sich diese positiven Erträge viel schneller einstellen können als von den meisten erwartet“, hieß es beim Vermögensverwalter Pursche.

Ansonsten lenkten sich die Händler mit Whiskey ab. Aktien des Spirituosen-Konzerns Brown-Forman verzeichneten einen Kurssprung. Gerüchten zufolge interessiert sich das Unternehmen Sazerak für die Mutter von Jack Daniel’s. Eigentlich steht Brown-Forman in Verhandlungen mit dem französischen Konkurrenten Pernod-Ricard.

Source: tagesschau.de