Marktbericht: Deutscher Aktienindex wieder jenseits 25.000 Punkten


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Stand: 25.02.2026 • 10:55 Uhr

Dank einer gut aufgelegten Wall Street kann der DAX zur Wochenmitte wieder zulegen. Das Thema KI beherrscht wieder das Geschehen. Heute Abend steht dazu ein entscheidender Termin an.

Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich nach dem holprigen gestrigen Handelstag erholt. Der DAX gewinnt am Vormittag 0,2 Prozent auf 25.047 Punkte.

Gestern hatte der deutsche Leitindex die runde Marke von 25.000 Punkten angesichts der Zollsorgen noch preisgeben müssen.

Die Wall Street hatte aber dank positiver Signale aus dem Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) wieder Fuß gefasst. Der Leitindex Dow Jones legte um 0,8 Prozent auf 49.174 Punkte zu. Für Entspannung sorgte die Nachricht, dass das KI-Startup Anthropic mit seinem Chatbot Claude Partnerschaften mit anderen Unternehmen anstrebt. Tags zuvor hatte der Tech-Sektor noch unter der Sorge vor der Konkurrenz durch Anthropic gelitten.

Die Sorgen um die neuen US-Zölle und den Iran-Konflikt sind dagegen vorerst in den Hintergrund getreten.

Außerdem sorgte ein Milliardendeal zwischen dem Chipkonzern AMD und dem Facebook-Konzern Meta für Aufsehen. Meta will KI-Chips für bis zu 60 Milliarden Dollar beziehen und darf dafür seine Beteiligung an AMD auf bis zu zehn Prozent aufstocken.

An den asiatischen Börsen beflügelte ebenfalls neue KI-Fantasie die Kurse. Anleger setzten vor allem auf koreanische Chiphersteller, die als sichere Wette auf den KI-Boom gelten. Der japanische Nikkei-Index legte um 1,9 Prozent zu.

Mit besonderer Spannung warten die Marktteilnehmer jetzt auf die Quartalszahlen des KI-Chipherstellers Nvidia, die heute nach Ende des US-Handels vorgelegt werden. Das Zahlenwerk gilt als wichtiger Test der gesamten Tech-Euphorie. Die entscheidende Frage ist, ob die Nachfrage nach KI-Chips den hohen Erwartungen der Branche entspricht.

Die Grundsatzrede von US-Präsident Donald Trump zur Lage der Nation hatte nachbörslich wenig Einfluss auf die Kurse. Trump lobte in der rekordlangen Ansprache ausdauernd die Erfolge seiner Regierung und verteidigte erneut seine Zollpolitik – ohne Details zur Ausgestaltung zu nennen.

Insgesamt hält sich die Euphorie am deutschen Markt in Grenzen. Alle drei DAX-Konzerne, die heute ihre Quartalszahlen präsentierten, notieren am Morgen im Minus.

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat das vergangene Geschäftsjahr dank Zuwächsen in der Medikamentensparte Kabi und bei der Klinikkette Helios mit einem Gewinnplus abgeschlossen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) stieg 2025 um vier Prozent auf knapp 2,6 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs um fünf Prozent auf 22,55 Milliarden Euro. Das organische Wachstum lag bei sieben Prozent und erreichte damit das obere Ende der Prognose.

Auch der Energiekonzern E.ON konnte mit Zuwächsen aufwarten, die aber mit Gewinnmitnahmen quittiert wurden. Dank milliardenschwerer Investitionen in den Ausbau des Energienetzes steigerte E.ON 2025 das bereinigte operative Ergebnis und plant bis 2030 weitere Investitionen von 48 Milliarden Euro. Ein Börsianer attestierte den Essenern insgesamt solide Zahlen, die über den Erwartungen lägen. Der Ausblick geht allerdings von einem geringeren Ergebnis im laufenden Jahr aus.

Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials hat 2025 erneut einen Rekord beim operativen Ergebnis erzielt und will das Ergebnis auch in diesem Jahr steigern. Wenngleich der Bausektor in manchen Regionen noch von Schwankungen geprägt sei, setze sich die Stabilisierung in den Kernmärkten fort, sagte der Vorstandsvorsitzende Dominik von Achten.

Stark gefragt ist die Nordex-Aktie. Der Nachfrageboom nach Windkraft hat dem Anlagenbauer 2025 einen Rekordwert beim Auftragseingang und einen Gewinnsprung beschert. Der Überschuss schnellte auf 274 Millionen Euro von 8,8 Millionen im Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte von 7,3 auf 7,6 Milliarden Euro. Der Auftragseingang erreichte mit 10,2 Gigawatt einen Rekordwert.

„Das vergangene Jahr war ein wichtiger Meilenstein für die Nordex Group“, erklärte Vorstandschef José Luis Blanco. Der Spezialist für Windkraftanlagen profitiert neben der anziehenden Nachfrage auch von schnelleren Genehmigungsverfahren. Im laufenden Jahr soll der Umsatz auf 8,2 bis 9,0 Milliarden Euro steigen.

Source: tagesschau.de