marktbericht
In den Karnevalshochburgen wird gefeiert, doch an der deutschen Börse will zu Wochenbeginn so recht keine gute Stimmung aufkommen: Der DAX bleibt weiter unter der Marke von 25.000 Punkten.
Am deutschen Aktienmarkt fehlt es an Schwung: Heute ist der DAX verhalten in den Handel gestartet, kaum verändert zum Schlusskurs von gestern. Und der hatte wenig begeistert: Gestern hatte das Deutsche Börsenbarometer rund ein halbes Prozent verloren. Auf 24.801 Punkte. Nennenswerte Impulse könnten am Nachmittag kommen. Wenn die US-Börsen nach dem Feiertag wieder öffnen.
„Die kurzzeitige Erholung am vergangenen Freitag entpuppt sich damit zumindest zum Start in die neue Woche als Strohfeuer“, kommentierte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets.
Was die Anlegerinnen und Anleger heute bewegen dürfte? Neben verschiedenen Konjunkturdaten steht einmal mehr die Geopolitik im Zentrum – und hier richten sich die Blicke nach Genf: Denn dort wollen die USA und der Iran unter Vermittlung des Oman die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wieder aufnehmen. Die Positionen sollen noch weit auseinanderliegen.
Außerdem sollen in Genf die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über ein Ende des Krieges fortgesetzt werden.
Bei den DAX-Werten hat das Papier von Siemens kurz nach Handelsbeginn in Frankfurt weiter abgegeben, dreht im weiteren Verlauf leicht ins Plus. Damit sieht es nicht danach aus, dass der Technologiekonzern seine deutlichen Einbußen vom Wochenanfang wird ausgleichen können.
Am Montag hatte die Siemens-Aktie nach dem jüngsten Rekordhoch sechseinhalb Prozent verloren. Der Grund: Bei Anlegerinnen und Anlegern geht die Angst um, dass industrielle Software durch hochentwickelte KI-Tools gefährdet sein könnte. Als Folge zog das DAX-Schwergewicht den Index gestern nach unten.
Der Prothesenhersteller Ottobock hat im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn eingefahren. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) legte nach ersten Berechnungen um fast 30 Prozent auf 415 Millionen Euro zu. Der Umsatz im Kerngeschäft kletterte um knapp zwölf Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.
Gründe sind neue Produkte wie etwa die Weiterentwicklung eines künstlichen Kniegelenks, Zukäufe in Belgien und Australien sowie neue Erstattungsregeln für Prothesen in den USA, Frankreich und Japan.
Obwohl auch die Geschäftsaussichten für das laufende Jahr dem Unternehmen zufolge positiv bleiben, geriet die im S-DAX gelistete Aktie des Prothesenproduzenten unter Verkaufsdruck. Offenbar hatten sich manche Investoren etwas mehr erwartet.
Für mehr Bewegung auf dem deutschen Aktienmarkt könnten die US-Börsen sorgen. Die öffnen am Nachmittag deutscher Zeit, nachdem sie am Montag wegen eines Feiertags geschlossen hatten. Allerdings dürften die Sorgen um die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auch hier erhalten bleiben.
Vom fehlenden Schwung an den Aktienmärkten scheinen die Anleihemärkte zu profitieren: Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Morgen zunächst weiter zugelegt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg um 0,17 Prozent auf 129,39 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel im Gegenzug auf 2,73 Prozent. Die Nachfrage nach als sicher geltenden Staatspapieren bleibt im aktuell allgemein unsicheren Marktumfeld hoch.
Source: tagesschau.de