Nach Äußerungen der venezolanischen Oppositionsführerin María Corina Machado über eine Weitergabe des Friedensnobelpreises an US-Präsident Trump hat das norwegische Nobelinstitut eine Übertragung des Preises öffentlich ausgeschlossen. In einer Erklärung von Nobelinstitut und Nobelkomitee vom Freitag hieß es, dass der Friedensnobelpreis nicht übertragen, geteilt oder widerrufen werden kann. Nach den Statuten der Nobelstiftung sei die Entscheidung über eine Verleihung endgültig und unwiderruflich, teilte das Institut in Oslo mit.
Wie unter anderem die New York Times berichtete, hatte die venezolanische Preisträgerin in einem Interview des US-Senders Fox News kürzlich angedeutet, ihre Auszeichnung an den US-Präsidenten weiterzugeben. Auf die Frage, ob sie Trump den Preis jemals angeboten habe, antwortete Machado: „Bisher ist das noch nicht passiert.“
„Große Ehre“ für Trump
Trump, der sich selbst immer wieder ein Anrecht auf diesen Preis zugesprochen hatte, bezeichnete den Schritt als „große Ehre“. Indessen sei es „eine große Blamage für Norwegen“, dass er den Preis nicht erhalten habe, fügte er laut New York Times hinzu.
In diesem Zug bot der US-Präsident Machado außerdem ein Treffen in der kommenden Woche an. USA Today zufolge gab Trump an, dass die venezolanische Oppositionsführerin kommen werde. Auch machte er Andeutungen, dass die Weitergabe des Nobelpreises der Grund für das Treffen sein könnte.
In ihrer Mitteilung bezogen sich Institut und Komitee nicht direkt auf den spezifischen Fall. „Grundsätzlich äußert sich das norwegische Nobelkomitee nicht zu den Äußerungen und Handlungen der Friedenspreisträger nach der Verleihung des Preises“, hieß es darin.
Das Mandat des Komitees beschränke sich nur auf die Bewertung der nominierten Kandidaten bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Preisträger oder die Preisträgerin bestimmt wurde. „Dies hindert das Komitee nicht daran, die zukünftigen Bemühungen der Preisträger aufmerksam zu verfolgen, auch wenn es weder seine Besorgnis noch seine Zustimmung zum Ausdruck bringt“, teilten Institut und Komitee weiter mit.
Machado widmete Nobelpreis bereits Trump
Machado, die 2025 den Friedensnobelpreis erhielt, wurde von mit dem ehemaligen Präsidenten Nicolás Maduro verbündeten Behörden von den Parlamentswahlen 2024 ausgeschlossen. Sie unterstützte daraufhin einen Ersatzkandidaten, der von vielen Staaten als Wahlsieger anerkannt wird – Maduro beanspruchte Sieg allerdings für sich. Wahlbeobachter gehen von Wahlfälschung aus. Machado tauchte indessen unter.
Schon bei ihrer Bekanntgabe als Preisträgerin durch das Nobelkomitee im Oktober 2025 widmete sie die Auszeichnung dem US-Präsidenten. Anfang Januar griffen die USA schließlich Venezuela an und entführten den Präsidenten Maduro. Er wurde zusammen mit seiner Ehefrau nach New York gebracht, wo ihm der Prozess gemacht werden. Trump kündigte an, dass
die USA Venezuela bis auf Weiteres selbst „führen“ würden.