Manipulationsverdacht: Hipp ruft Babykostgläschen in Ostmark zurück – Lebensgefahr


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Hipp ruft sein gesamtes Sortiment bei der Supermarktkette Spar in Österreich zurück. In Gemüsegläschen könnte ein gefährlicher Stoff eingebracht worden sein. Die Polizei ermittelt.

In Österreich hat der Babynahrungshersteller Hipp sein gesamtes Sortiment an Babykostgläschen bei der Supermarktkette Spar zurückgerufen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass durch „Manipulation“ ein „gefährlicher Stoff“ in die „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ 190 Gramm eingebracht worden sei, erklärte das Unternehmen in der Nacht zum Samstag. „Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein.“

„Nach derzeitigem Kenntnisstand handelt es sich um einen externen kriminellen Eingriff“, sagte ein Sprecher von Hipp der Deutschen Presse-Agentur. Die Produktions-, Qualitäts- und Kontrollprozesse des Unternehmens seien nicht berührt. Er könne wegen der laufenden Ermittlungen keine weiteren Details nennen, so der Sprecher.

Nach derzeitigen Informationen seien die infrage kommenden Produkte mit einer am Glasboden angebrachten Markierung in Form eines weißen Aufklebers mit einem roten Kreis erkennbar.

Unklar, ob es sich um Erpressung handelt

Die Supermarktkette habe inzwischen alle Gläschen aus den Regalen genommen, sagte der Polizeisprecher im Burgenland südöstlich von Wien, Helmut Marban. Dabei sei kein verdächtiges Produkt gefunden worden. Möglich sei aber, dass vor der Räumung möglicherweise manipulierte Gläser gekauft worden seien.

Aus Sicherheitsgründen wurden Kundinnen und Kunden dazu aufgerufen, alle in einem österreichischen Spar-Supermarkt gekauften Hipp-Babykostgläschen nicht zu konsumieren. Kundinnen und Kunden könnten die gekauften Gläser zurückgeben. Der Kaufpreis werde auch ohne Kassenbon erstattet.

Eltern sind auch dazu aufgerufen, sich bei der Polizei zu melden, falls ihnen etwas Verdächtiges aufgefallen sei. Dies sei auch nötig, um gegebenenfalls ein Beweismittel zu haben. Die Ermittlungen liefen mit Hochdruck, sagte Marban. Weitere Angaben will die Polizei aus taktischen Gründen nicht machen. Es ist deshalb unklar, ob Erpressung im Spiel ist, wie viele Gläschen betroffen sind oder welcher Art die Manipulation ist.

Hipp in Österreich: Keine Informationen über Gefahrenstoff

Die Polizei der österreichischen Region Burgenland bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP laufende Ermittlungen, äußerte sich jedoch nicht zu dem Gefahrstoff. Auch in der Pressemitteilung von Hipp wird nicht näher darauf eingegangen, um welchen Stoff es sich handelt und wie Eltern handeln sollen, wenn sie bereits ein betroffenes Gläschen verfüttert haben. Der Hipp-Elternservice in Österreich ist telefonisch erreichbar.

Der Hersteller Hipp teilte der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aufgrund der laufenden Ermittlungen derzeit keine weitergehenden Informationen geben können. Wir verweisen an die zuständigen Behörden“, zitiert die Zeitung „Standard“. Der Produktrückruf sei „vorsorglich erfolgt, um auch ein theoretisches Risiko auszuschließen“, hieß es weiter. Sollte ein Kind keine Symptome zeigen, bestehe kein Grund zur Sorge. Sollten Kinder Symptome zeigen oder Eltern unsicher sein, solle man sich an Ärzte oder medizinische Notfalldienste wenden.

Die Ursprünge des in Pfaffenhofen in Bayern gegründeten Familienunternehmens gehen mehr als 120 Jahre zurück. Sitz der Hipp Holding AG ist in Sachseln im Schweizer Kanton Obwalden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde nach seiner Erstveröffentlichung um weitere Angaben der Polizei und der Firma Hipp ergänzt, darunter Stellungnahmen der Polizei und von Hipp.

AFP · DPA

rw

Source: stern.de