Mangelnde Kriegsunterstützung: Bericht: Trump erwägt „Bestrafung“ von einzelnen North Atlantic Treaty Organization-Ländern

Mangelnde KriegsunterstützungBericht: Trump erwägt „Bestrafung“ von einzelnen NATO-Ländern

09.04.2026, 00:54 Uhr

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Trump zürnt, weil das Verteidigungsbündnis aus seiner Sicht versagt hat. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Donald Trump ist enttäuscht von der Nato. Für einen Austritt aus dem Verteidigungsbündnis dürfte er aber kaum die nötige Mehrheit im US-Kongress bekommen. Stattdessen wird in Regierungskreisen offenbar ein Plan erörtert, der einzelne Mitgliedsländer treffen soll.

Die US-Regierung erwägt einem Zeitungsbericht zufolge die „Bestrafung“ bestimmter Nato-Mitgliedsländer wegen einer mangelnden Unterstützung der USA während des Iran-Kriegs. So könnten US-Soldaten aus bestimmten Ländern abgezogen werden, die wenig geholfen hätten, und in Ländern stationiert werden, die die US-Angriffe stärker unterstützt hätten, berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Auch könne der Plan umfassen, eine US-Basis in mindestens einem europäischen Land zu schließen, möglicherweise in Deutschland oder in Spanien, hieß es.

Der Vorschlag bliebe weit hinter den jüngsten Drohungen von Trump zurück, die USA vollständig aus dem Bündnis zurückzuziehen. Dafür bräuchte er per Gesetz allerdings die Zustimmung des US-Kongresses. Ob sich Trump an das Gesetz gebunden fühlt, steht auf einem anderen Blatt.

Der Plan, der in den vergangenen Wochen unter hochrangigen Regierungsbeamten kursierte und Unterstützung fand, befindet sich laut dem „Wall Street Journal“ in einem frühen Konzeptionsstadium. Er ist einer von mehreren, die das Weiße Haus zur Bestrafung der NATO diskutiert. Dies unterstreicht die wachsende Kluft zwischen der Trump-Regierung und den europäischen Verbündeten nach der Entscheidung des Präsidenten, den Krieg gegen den Iran zu beginnen.

Rutte trifft Trump hinter verschlossenen Türen

NATO-Generalsekretär Mark Rutte ist derweil nach Washington gereist, um sich mit Trump zu treffen. Rutte hatte versucht, die Beziehungen zu Trump trotz der Spannungen im transatlantischen Bündnis zu vertiefen, und gehörte zu denen, die ihn davon überzeugten, Grönland nicht zu übernehmen. Anders als üblich fand die Begegnung zwischen dem Nato-Chef und dem US-Präsidenten unter Ausschluss der Presse statt.

Trump wolle „ein sehr offenes und ehrliches Gespräch“ mit dem Nato-Generalsekretär führen, hatte die Sprecherin des Weißen Hauses, Caroline Leavitt, im Vorfeld angekündigt. Die Nato sei getestet worden, und sie habe „versagt“. Sie kündigte eine mögliche Trump-Erklärung nach Abschluss des Treffens mit Rutte an. Rutte kam in Washington auch mit Außenminister Marco Rubio zusammen. Rubio wie Trump hatten angekündigt, die Nato-Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Iran-Krieges überdenken zu wollen.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/DJ/rts

Source: n-tv.de