Managervergütung: 16 Millionen Euro pro den SAP-Chef

Christian Klein, der Vorstandsvorsitzende des Softwarekonzerns SAP, hat im vergangenen Jahr 16,2 Millionen Euro verdient. Diese „gewährte und geschuldete Vergütung“ entstammt dem Vergütungsbericht, den das Unternehmen am Donnerstag öffentlich machte. Die Summe liegt spürbar unter dem Vorjahreswert von knapp 19 Millionen Euro, trotzdem dürfte der SAP-Chef damit abermals zu den am besten bezahlten Führungskräften im Dax gehören. Und das, obwohl schon Mitte 2025 ein deutlicher Niedergang des Aktienkurses einsetzte, getrieben von Zweifeln, ob Künstliche Intelligenz dem Geschäftsmodell des IT-Vorzeigekonzerns zusetzen wird. Mehr noch: Lange einsam an der Spitze, ringt SAP mit einer auf 172 Milliarden Euro gesunkenen Marktkapitalisierung mittlerweile mit Siemens um den Titel als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen in Deutschland.

Dass sich der Wertverlust kaum im Gehalt des Vorstandsvorsitzenden zeigt, begründet der Konzern mit der Systematik des Vergütungssystems. Zuletzt hatte die Hauptversammlung den Regeln 2023 mit großer Mehrheit zugestimmt. „KI kommt im aktuellen System einfach nicht vor“, heißt es aus dem Konzern. Tatsächlich macht sich in der nach wie vor hohen Auszahlung der zuvor lange steigende Kurs bemerkbar. Nur etwa zehn Prozent von Kleins Gehalt speisen sich aus seiner fixen Vergütung, die restlichen 90 Prozent hängen vom Erreichen langfristiger und kurzfristiger Ziele ab – im Detail ein kaum zu durschauender Wust aus Umsatzvorgaben, Kursentwicklung, Zufriedenheit von Mitarbeitern und Kunden.

Fast 33 Millionen Euro für den gesamten Vorstand

Die restlichen aktiven Vorstandsmitglieder verdienten 2024 schon deshalb absolut deutlich weniger als Klein, weil sie kürzer im Amt sind. An zweiter Stelle kommt Vorstandsmitglied Thomas Saueressig mit einer gewährten und geschuldeten Vergütung von gut sieben Millionen Euro. In Summe ist die Vergütung für den sechsköpfigen Gesamtvorstand von 34,5 Millionen auf 32,7 Millionen Euro zurückgegangen.

Ebenfalls über Geld ihres alten Arbeitgebers kann sich eine Handvoll schon ausgeschiedener SAP-Vorstandsmitglieder freuen. So stehen der Mitte 2024 ausgeschiedenen Marketingchefin Julia White aus dem langfristigen Vergütungsplan noch gut 4,6 Millionen Euro zu. Vorstandsmitglied Jürgen Müller, der sein Amt ebenfalls schon 2024 wegen eines, wie es damals hieß, öffentlichen Fehlverhaltens zur Verfügung stellte, stehen nach Angaben von SAP aus besagtem Plan fast drei Millionen Euro zu.

Aktionäre stimmen im Mai über Vergütungssystem ab

Auf der kommenden SAP-Hauptversammlung im Mai werden die Aktionäre über das Vergütungssystem – aus dem sich die jährlichen Vergütungen der Spitzenmanager ableiten, wenn sie ihre Ziele erreichen – abermals abstimmen. Bei der letzten Abstimmung im Jahr 2023 hatten 92,3 Prozent zugestimmt.

Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Vor einigen Jahren – als noch der Amerikaner Bill McDermott SAP-Chef war – gab es großen Unmut unter den Aktionären über das damalige Vergütungssystem. Im Jahr 2016 lehnten 45 Prozent der Aktionäre das damalige Vergütungssystem ab. Nicht die absolute Höhe der Managergehälter wurde damals angeprangert, sondern die intransparente Berechnung mit großen Ermessensspielräumen. Als der Aufsichtsrat damals auf den Denkzettel anfangs nur zögerlich reagierte, straften die Aktionäre die Aufsichtsräte im darauffolgenden Jahr ab, indem sie ihnen auf der Hauptversammlung beinahe die Entlastung verweigerten. Daraufhin wurde das Vergütungssystem dann doch reformiert und 2018 mit großer Mehrheit angenommen.

AktionäreBillChristianDAXDeutschlandDreiEuroGehaltGeldIntelligenzJuliaJürgenKIKleinKünstliche IntelligenzLangeManagerMüllerSAPSiemensThomasUnternehmenWeilWhiteZufriedenheit