„Man muss ihm helfen“: Müntefering wirbt um Unterstützung zu Gunsten von Merz

„Man muss ihm helfen“Müntefering wirbt um Unterstützung für Merz

17.03.2026, 00:44 Uhr

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Häme gegenüber Merz sei kontraproduktiv, findet Müntefering. (Foto: picture alliance / HMB Media)

Der ehemalige Vizekanzler lobt den aktuellen Kanzler: Merz finde sich in seiner Rolle ganz gut zurecht, sagt der frühere SPD-Chef Müntefering. Vor nicht allzu langer Zeit klang er noch deutlich skeptischer.

Der frühere SPD-Chef Franz Müntefering findet für die Amtsführung von Kanzler Friedrich Merz wohlwollende Worte und ruft zu dessen Unterstützung auf. Er finde, dass Merz seine Rolle „recht gut“ angenommen habe, sagte Müntefering in der ARD-Sendung „Maischberger“. „Man muss ihm helfen dabei“, fügte der 86-Jährige hinzu, der wie Merz aus dem Sauerland stammt. Auf die Frage, wer dies tun könne, antwortete Müntefering: „Die ganze Regierung, die ganzen Parteien, alle, die Demokratie wollen“.

Er glaube, dass Merz bereit sei, eine gute demokratische Politik zu machen. „Und wir dürfen nicht alle da rumstehen und hämisch lachen und sagen: „Ach guck mal, das kann er ja gar nicht und so“, mahnte der Ex-Vizekanzler im Kabinett von Angela Merkel. Vor nicht allzu langer Zeit klang Müntefering in Bezug auf Merz noch skeptischer und verwies dabei auf dessen CDU-Vorgänger im Amt: Weder Helmut Kohl noch Merkel hätten Merz ins Kabinett geholt, sagte er im vergangenen Mai bei „Maischberger“. „Die haben gewusst, das ist nicht gut mit dem.“ Er halte Merz zwar für einen Demokraten, allerdings handle er oft unüberlegt. Frühzeitig abschreiben wollte Müntefering den künftigen Kanzler damals aber auch nicht: Er habe schließlich eine Reihe kluger Leute um sich geschart, „und vielleicht kriegen sie es ja hin.“

An seine eigene Partei appellierte Müntefering, ihre Positionen offensiver zu vertreten. „Man muss auch ein bisschen Stolz haben. Man muss auch wissen, was man kann. Und man muss auch das, was man kann, auch vertreten und nach vorne marschieren. Ich glaube, dass wir zu defensiv sind im Augenblick“, befand der einstige SPD-Vorsitzende. Die SPD müsse für ihre Sozialpolitik kämpfen und dürfe das „nicht auf leisen Sohlen“ tun. Sozialpolitik bedeute, sich zu kümmern. „Wer könnte das denn, wenn nicht die Sozis?“, fügte er hinzu.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

Source: n-tv.de