Maga-Bewegung: Diesmal ohne Blumen im Haar

Jede Revolte hat ihre Momente, in denen spürbar wird, in was für einer Epoche wir leben, sie hat ihre Orte, an denen Bilder für die Ewigkeit geschaffen werden. In diesen Tagen mag man zwar zuerst an das Flugzeug mit dem Venezolaner Nicolás Maduro an Bord, in Handschellen, denken. Doch ein anderer Ort, an dem sich die Geschichte der Revolte stark verdichtet, die derzeit den Westen erfasst hat, ist das Footballstadion von Glendale. In der ansonsten ziemlich belanglosen Stadt in Arizona, USA, fand im September die Trauerfeier für den ermordeten rechten Influencer Charlie Kirk statt. Wie einst die Hippies bei Woodstock zelebrierten dort Zehntausende das Ereignis, in den Ansprachen mischten sich Religion und Politik, die Menschen trugen Basecaps mit der Aufschrift „Jesus is my savior, Trump is my President“. Der spirituelle Eifer drückte sich in Körperhaltungen aus, die den Bildern von Woodstock ähnelten, mit zurückgelegtem Kopf, geschlossenen Augen und gen Himmel ausgestreckten Armen. Die Redner auf der Bühne riefen mit revolutionärem Furor zum Aufstand auf. Nur die Hymnen von heute sind andere, das Kumbaya, My Lord von einst, mit dem die Hippies ihre antiautoritäre Revolte besangen, ist Donald Trumps Schlachtruf gewichen: „Fight, fight, fight“.

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