LVMH-Konzern: So schlecht geht es dem Luxusimperium des reichsten Europäers

Ganz ins Stocken gerät der stotternde Luxusmotor nicht, aber so recht wieder durchstarten will er auch noch nicht. So etwa lässt sich der Zustand des französischen LVMH-Konzerns zusammenfassen.

In einem unsicheren weltwirtschaftlichen Umfeld kämpft das Luxusimperium des reichsten Europäers Bernard Arnault, das neben den namensgebenden Häusern Louis Vuitton, Moët & Chandon und Hennessy 72 weitere Edelmarken unter seinem Dach beherbergt, weiter gegen den Abwärtstrend.

Das zweite Jahr in Folge präsentierte LVMH am Dienstagabend einen deutlich gesunkenen Gewinn. Abzüglich aller Kosten betrug er 2025 knapp 10,9 Milliarden Euro. Das sind 13 Prozent weniger als im Vorjahr, und schon da hatte es einen kräftigen Rückgang gegenüber den 2023 erzielten 15,2 Milliarden Euro gegeben.

Der Umsatz trat 2025 mit 80,8 Milliarden Euro das zweite Jahr in Folge praktisch auf der Stelle, bereinigt man ihn um Portfolio- und Wechselkursveränderungen. Die Börsenreaktion fiel deutlich aus. Der Aktienkurs von LVMH sank am Mittwoch zum Handelsauftakt um rund sieben Prozent.

„Gegen die Unternehmen“

Arnault bemühte sich um Klarstellung, trotz aller Herausforderungen „solide Ergebnisse“ geliefert zu haben, als er nach Veröffentlichung der Zahlen vor die Presse trat. Der Umsatz liege immer noch doppelt so hoch wie vor zehn Jahren.

Doch die Herausforderungen kann auch der bald 77 Jahre alte Arnault nicht leugnen, der LVMH geschaffen hat, mehrheitlich besitzt und nach wie vor mit harter Hand führt.

Auch am Dienstag schwieg er sich dazu aus, ob eines seiner fünf Kinder seine Nachfolge antreten soll und wenn ja, wann. Deutlich wurde der LVMH-Chef hingegen in seiner Kritik an der „gegen die Unternehmen“ gerichteten Steuerpolitik in seiner Heimat.

Der Hintergrund: Auch in diesem Jahr bittet die französische Regierung Großkonzerne mit einer milliardenschweren Sonderabgabe zur Kasse, die 2025 eigentlich nur einmalig hatte gelten sollen. Zudem hat sie die Senkung der unabhängig vom Gewinn erhobenen Produktionssteuer, anders als versprochen, abgeblasen.

Ein Lichtblick

Unverändert machen LVMH eine schwache Nachfrage in Asien, die in vielen Teilen der Welt gestiegenen Lebenshaltungskosten und steigende Einfuhrzölle in China und den USA zu schaffen.

Letztere treffen den Konzern besonders hart, da er mehrheitlich mit Produkten „Made in France“ wirbt und so kaum Produktion verlagern kann. Wahlweise drückt das die Marge oder verschreckt Kunden aus der Mittelschicht, die preisempfindlicher sind als Superreiche. Sowohl im Kerngeschäft mit Mode- und Lederwaren als auch in der schon länger darbenden Sparte Wein und Spirituosen sank der Umsatz im vergangenen Jahr um fünf Prozent.

Ein Lichtblick: Während der Konzernumsatz in den ersten sechs Monaten um drei Prozent sank, stieg er in den beiden letzten Quartalen um jeweils ein Prozent. Vor allem das Geschäft mit Uhren und Schmuck lief zum Jahresende besser als erwartet.

Geographisch austariert

Im Konzernumfeld verweist man darauf, dass der Erfolg von LVMH in der Breite seines Luxusportfolios liege, sodass die Schwäche einer Division durch die Stärke einer anderen kompensiert werde. Zudem konstatiere man, dass der so wichtige chinesische Markt seit dem vergangenen Sommer Anzeichen der Erholung zeige.

Geographisch ist das LVMH-Geschäft austariert. 2025 entfielen auf die drei wichtigsten Regionen USA, auf Europa inklusive Russland und die Türkei sowie auf Asien exklusive Japan jeweils 26 Prozent des LVMH-Umsatzes. Auch das soll helfen, Schwächen hier durch Stärken dort zu kompensieren.

Unter Anlegern überwog zuletzt jedoch die Skepsis, ob der Luxusriese wieder die Gewinnmaschine wird, die er lange war. Noch Anfang 2025 war LVMH Europas wertvollstes börsennotiertes Unternehmen. Zuvor hatte die Marktkapitalisierung zwischenzeitlich mehr als 450 Milliarden Euro erreicht. Nach einer langen Talfahrt ist LVMH an der Börse aktuell weniger als 300 Milliarden Euro wert.

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