Luis Bobga und Markus Söder: Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Chef welcher Grünen Jugend

Die Generalstaatsanwaltschaft München hat nach einem beleidigenden Video gegen den CSU-Vorsitzenden Markus Söder Ermittlungen gegen den Co-Vorsitzenden der Grünen Jugend, Luis Bobga, eingeleitet. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde nach einer Strafanzeige ein Ermittlungsverfahren aufgenommen. Es sei eine Anzeige von einer unbeteiligten Person eingegangen, „die nun im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen des Anfangsverdachts der Beleidigung überprüft wird“, sagte der Sprecher.

In dem Video rappte Bobga nach einem Song des Künstlers Haftbefehl. Wie dieser benutzte der Co-Vorsitzende der Grünen Jugend den Begriff „Hurensohn“. Dazu wurde in dem Video ein Bild des bayerischen Ministerpräsidenten eingeblendet. Anlass war offenbar Söders Vorschlag, einige Bundesländer einzusparen.

Rücktrittforderungen gegenüber Bobga

Politiker von Union und Grünen übten daraufhin deutliche Kritik. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann forderte in der Bild-Zeitung Bobgas Rücktritt. „Wer so etwas sagt, ist nicht länger tragbar“, sagte Hoffmann. 

Auch CSU-Generalsekretär Martin Huber forderte Konsequenzen: „Das ist eine niveaulose Entgleisung der Grünen Jugend. Die Grünenparteispitze muss sich dafür entschuldigen und ihren unter Demokraten inakzeptablen Nachwuchs zur Rechenschaft ziehen“, verlangte Huber. Auch der CSU-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, und der Fraktionschef der Freien Wähler, Florian Streibl, forderten den Rücktritt des jungen Grünenpolitikers. 

Bobga entschuldigt und verteidigt sich

Bobga selbst sagte, er bedaure, dass „die Auseinandersetzung mit dem Inhalt von Herrn Söders Aussage auf der Strecke geblieben“ sei. Es sei nie sein Ziel gewesen, Söder „mit dieser Beleidigung direkt anzusprechen. Dass dies durch den von mir ausgewählten Song passiert ist, tut mir leid“.

Einen Tag später beklagte Bobga in einem Interview mit dem Stern eine Schieflage in der Debatte über sein Video. Er frage sich, warum dieses für mehr Aufregung in der Gesellschaft sorge als die „menschenfeindliche Politik der Regierung und dabei auch insbesondere die von Markus Söder, etwa durch Abschiebungen in Krisengebiete und durch Verschärfungen des Bürgergelds“. 

Zugleich sagte er, dass das Wort „Hurensohn“ nicht zu seinem Sprachgebrauch zähle. „Es ist ein sexistischer Begriff, der aus gutem Grund nicht verwendet werden sollte“, sagte der 23-Jährige. Er nehme es aber auf sich, dass er durch seine Aktion so weite Verbreitung gefunden habe und als direkte Beleidigung wahrgenommen wurde.

Bobga sagte, er habe seine Lippen zu dem Song bewegt, der zurzeit häufig in den sozialen Medien geteilt werde und sei damit einem Trend gefolgt. Aus seiner Sicht wäre es etwas ganz anderes, „wenn ich das in einem Interview über Herrn Söder gesagt hätte. Das würde ich niemals tun“.

Bobga leitet seit Oktober 2025 gemeinsam mit Henriette Held die Grüne Jugend. Das Duo ist die Nachfolge der nach Kritik an provokanten Äußerungen zurückgetretenen Grünen-Jugend-Chefin Jette Nietzard. Nietzard hatte Söder auf TikTok damals als „Hundesohn“ beschimpft.

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