Der für Donnerstag und Freitag geplante Streik bei der Lufthansa könnte deutlich kleiner ausfallen als erwartet. Mindestens die Hälfte aller geplanten Flüge sollen nach Angaben des Konzerns stattfinden.
Der für Donnerstag und Freitag geplante Pilotenstreik bei der Lufthansa könnte für die Passagiere deutlich glimpflicher verlaufen als zunächst erwartet. Laut Lufthansa soll an beiden Tagen mindestens die Hälfte der geplanten Flüge stattfinden.
Auf der Langstrecke könnten sogar 60 Prozent der Flüge starten, teilte die Fluggesellschaft am Vortag des Streiks mit. Bei der Frachttochter Lufthansa Cargo müsse nur rund jeder fünfte Flug gestrichen werden. Flugausfälle sind vor allem an den Drehkreuzen München und Frankfurt zu erwarten.
Das Unternehmen will auf den Verbindungen größere Flugzeuge einsetzen, Lufthansa-Flüge von nicht bestreikten Konzernairlines erledigen lassen und zudem freiwillige Crews einsetzen. Ihnen dankte Lufthansa-Manager Francesco Sciortino für ihren Einsatz. Von Ausfällen betroffene Gäste würden aktiv per E-Mail benachrichtigt, so das Unternehmen. Gäste, die nicht kontaktiert werden, könnten vorerst davon ausgehen, dass ihr Flug nicht betroffen ist.
Für Gewerkschaft „okay“
Zuvor hatte bereits die streikende Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) eingeräumt, dass der Streik diesmal kleiner ausfällt als bei der ersten Welle vor einem Monat. Gewerkschaftschef Andreas Pinheiro erwartet rund 300 Flugausfälle pro Tag. Das sei für die angestrebte Auswirkung völlig ausreichend.
Bei der ersten Streikwelle am 12. Februar waren laut Lufthansa rund 800 Flüge und damit mehr als das Doppelte ausgefallen. Damals hatte sich auch die Kabinengewerkschaft Ufo an dem Ausstand beteiligt. Das sei für die VC aber „okay“.
Wegen Krieg im Nahen Osten von Streiks abgesehen
Die VC hatte wegen der Krisensituation in Nahost in der vergangenen Woche von Streiks abgesehen und nun etliche Ziele in der Region vom Streik ausgenommen. „Wegen uns bleibt kein Passagier im Krisengebiet hängen“, sagte dazu die VC-Vizepräsidentin Katharina Diesseldorff. Laut Lufthansa ist im Streikzeitraum genau ein Flug ins saudische Riad geplant.
Nach Ansicht der Piloten hat sich die Situation zuletzt entspannt, auch weil die Golf-Airlines ihren Betrieb wieder aufgenommen hätten. Die Gewerkschaft hat die mehr als 5.000 Piloten der Flugbetriebe Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline zu einem 48-Stunden-Streik aufgerufen, der um Mitternacht beginnen soll.
Während es bei der Regionaltochter Cityline um eine Anhebung der Gehälter geht, streiten die Tarifpartner bei der Cargo und der Kerngesellschaft um höhere Betriebsrenten. Man erwarte in beiden Konflikten ein verhandlungsfähiges Angebot, so die VC.
Source: tagesschau.de