„Logistischer Albtraum“ – Flugverkehr verbleibend Dubai und Abu Dhabi eingestellt, Touristen sitzen starr

Die Luftfahrt weltweit gerät durch die Vergeltungsschläge des Irans in Turbulenzen. Die wichtigen Drehkreuze zwischen Europa und Asien sind geschlossen. In der Region selbst sitzen viele Touristen fest. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in 13 Länder.

Angriffe der USA und Israels auf den Iran sowie iranische Vergeltungsschläge führen zu einem der schwersten Störungen im weltweiten Flugverkehr seit Jahren. Zahlreiche Länder im Nahen Osten schlossen ihren Luftraum, darunter der Iran, der Irak, Kuwait, Israel, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate. Wichtige Flughäfen im Nahen Osten, darunter das weltgrößte internationale Drehkreuz Dubai wurden geschlossen.

Die Schließung der Megahubs am Golf – allein Dubai zählte rund 100 ⁠Millionen Abfertigungen ​jährlich – blockiert den verkehrsreichsten Transitpunkt zwischen ‌Ost und West. „Crews, Flugzeuge und Passagiere sind auf der ganzen Welt gestrandet“, sagte ein Insider einer Airline am Golf der Agentur Reuters. „Es ist ein massiver logistischer Albtraum.“ Auf Flugradar-Karten im Internet war ein praktisch leergefegter Luftraum über dem Iran, dem Irak, Kuwait, Israel, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu sehen.

+++ Alle Entwicklungen zum Krieg im Iran im Liveticker +++

„Die Ausmaße dieser Drehkreuze sind heute einfach enorm. Hunderttausende von Menschen werden an den falschen Orten der Welt festsitzen, ‌ohne Gewissheit, wann sie weiterreisen können“, sagte der britische Luftfahrtanalyst John Strickland. Er wies zudem darauf hin, dass große Fluggesellschaften vom Golf wie Emirates und Qatar Airways auch zu den größten Frachtfluggesellschaften der Welt gehören.

Lufthansa streicht Flüge – Auswärtiges Amt veröffentlicht Reisewarnung

Die Lufthansa-Gruppe, zu der auch Eurowings, Swiss und Austrian gehören, setzte ihre Flüge nach Dubai, Abu Dhabi, Riad und Dammam am Samstag und Sonntag aus. Verbindungen nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil und Teheran werden vorübergehend bis zum 7. März gestoppt. Bis dahin meidet die Airline auch den Luftraum über den Ländern in der Region. Kunden können laut Unternehmenswebsite umbuchen oder sich ihr Ticket erstatten lassen.

Auch British Airways, Air France-KLM und die ungarische Wizz Air ⁠strichen Flüge. Europas Flugsicherheitsbehörde EASA empfahl Fluggesellschaften, ​das betroffene Gebiet zu meiden. Asiatische Airlines wie Cathay Pacific stellten den Betrieb in der Region ebenfalls ein.

Lesen Sie auch

Das Auswärtige Amt veröffentlichte am Samstag eine Reisewarnung für Israel, Libanon, Jordanien, Syrien, Irak, Iran, Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Jemen, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. „Nehmen Sie Warnungen vor bevorstehenden Luftangriffen ernst. Suchen Sie bei Alarm umgehend nahegelegene Schutzräume oder das Innere eines Gebäudes auf und bleiben Sie Fenstern fern“, heißt es auf der Website des Auswärtigen Amtes.

Vor allem die Vereinigten Arabischen Emirate sind in den vergangenen Jahren zu einer beliebten Winterdestination für Europäer geworden, die es in die Sonne zieht. Kreuzfahrtredereien wie Tui, MSC und Celestyal Cruises haben ihre Schiffe derzeit in den Häfen von Dubai, Doha und Abu Dhabi liegen. Passagiere sitzen dort fest und müssen sich aus Sicherheitsgründen im Inneren der Schiffe aufhalten.

sebe mit Reuters

Source: welt.de

Abu DhabiDohaDubaiEmirates (Fluggesellschaft)Etihad AirwaysIranLufthansaNewsteamTourismus