Staus auf den Straßen nach Südlibanon
Auf der Schnellstraße in den Südlibanon stauen sich am Morgen die Autos: Überladene Pritschenwagen, Kleinwagen, vollgestopft mit Lebensmitteln, altersschwache Familienkutschen mit verschnürten Matratzenstapeln auf dem Dach reihen sich aneinander. Aus manchem Fenster oder Schiebedach ragt eine Flagge der Hizbullah.
Trotz aller Warnungen, abzuwarten, ob der von Donald Trump verkündete Waffenstillstand mit Israel wirklich hält, machen sich am Freitag Tausende Vertriebene auf die Reise nach Südlibanon. Wo Brücken zerstört sind, oder vor den Checkpoints der Armee gibt es lange Staus.
„Wir schauen erst einmal, wie stark unser Haus zerstört wurde“, sagt eine Frau namens Nazmieh Qalas, die mit ihrem Ehemann und ihren zwei Söhnen auf dem Weg nach Nabatieh ist. Die Kleinstadt und Hizbullah-Hochburg wurde heftig von der israelischen Luftwaffe getroffen. Die Frage ob die Ruhe jetzt von Dauer sei, beantwortet sie mit einem Loblied auf die Hizbullah, während ihr Mann nervös versucht, das Gespräch abzubrechen.
Die schwarz verschleierte Frau zeigt sich als glühende Anhängerin der von Iran gelenkten Schiitenorganisation. „Wir sind den Helden dankbar, die Israels Invasion abgewehrt haben – wir werden sie immer unterstützen“, sagt sie in einem längeren Vortrag, an dessen Ende sie keine Fragen mehr beantworten will. „Wir gehen zurück, was auch kommt“, sagt sie. Die Hizbullah tönt am Freitagvormittag noch einmal, die Kämpfer hätten den „Finger am Abzug“.
Source: faz.net