Liveblog Irankrieg: Iran droht Israel und USA: Neue Überraschungen sind hinauf dem Weg

Israels Außenminister kritisiert deutschen Botschafter scharf

Der israelische Außenminister Gideon Saar hat den deutschen Botschafter in Israel, Steffen Seibert, mit harscher Kritik bedacht. Dem Botschafter „fällt es sehr schwer, Angriffe auf Israelis zu verurteilen, ohne dabei die Palästinenser zu erwähnen“, kommentierte Saar am Sonntag auf der Plattform X einen vorherigen Eintrag Seiberts. 

Darin hatte der deutsche Diplomat von einem „Tag voller Empörung und Trauer“ geschrieben und verschiedene gewaltsame Vorfälle des Sonntags aufgezählt: „im Norden ein Bauer von der Hizbullah getötet, im Süden und in der Mitte Hunderte durch iranische Raketen verletzt. Und in einer Parallelwelt: gewalttätige Ausschreitungen von Siedlern in palästinensischen Dörfern nach dem tragischen und noch zu untersuchenden Tod eines der ihren“. Am Samstag war ein 18 Jahre alter Bewohner eines Siedlungsaußenpostens gestorben, nachdem sein Quad-Fahrzeug von einem Auto mit palästinensischem Nummernschild angefahren worden war. 

Seibert habe eine „Fixierung auf die in Judäa und Samaria (dem Westjordanland, d. Red.) lebenden Juden“, behauptete Saar und schrieb, diese hindere den Botschafter daran, „auch nur den Tod eines Juden durch einen Palästinenser zu verurteilen“. Es sei gut, zu wissen, dass bald ein neuer Botschafter eintreffen werde, „der die deutsch-israelischen Beziehungen stärken wird“. 

Seibert, der in wenigen Monaten in den Ruhestand tritt, hat in seiner Zeit als Botschafter seit Sommer 2022 immer wieder sowohl Gewalt von Palästinensern gegen Israelis als auch von Israelis gegen Palästinenser verurteilt. Unter vielen Israelis ist der frühere Regierungssprecher hochangesehen, weil er sich – anders als die meisten Mitglieder der israelischen Regierung – während des Gazakriegs regelmäßig mit Angehörigen der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln getroffen hat. 

Seibert reagierte auf Saars Tweet, indem er hervorhob, dass er die „willkürlichen Angriffe“ Irans auf israelische Zivilisten und den „kriminellen Einsatz von Streubomben“ öffentlich verurteilt habe. Deutschland vertrete eine klare Haltung, schrieb er: „Wir stehen in diesem Krieg an der Seite Israels.“ Ebenso bereite der Bundesregierung die Gewalt durch Siedler große Sorge, fügte der Botschafter hinzu und verwies darauf, dass auch Israels Präsident Izchak Herzog und andere führende Politiker sich zu diesem Thema geäußert hätten. 

Source: faz.net