Liga Sahra Wagenknecht: BSW-Mitgründerin Nastić verlässt die Partei

Żaklin Nastić hat das BSW verlassen. Das hat eine Parteisprecherin bestätigt. In einem Austrittsschreiben, das die Nachrichtenagentur dpa zitierte, übt Nastić deutliche Kritik am Kurs des BSW und an Co-Chefin Amira Mohamed Ali.

Nastić gehörte zu den Gründungsmitgliedern des BSW. Sie hatte vor mehr als zwei Jahren gemeinsam mit Sahra Wagenknecht die Linke verlassen, um die neue Partei aufzubauen. Bei der Bundestagswahl 2025 trat sie noch als Spitzenkandidatin des BSW Hamburg an.

In ihrem Schreiben wirft Nastić Mohamed Ali vor, zunehmend für „katastrophale Wahlergebnisse, schlechte Ausstrahlung und miserable Außenwirkung in sozialen Medien“ zu stehen. Sie verlasse die Partei wegen der „Katzbuckelei“ vor den Medien. Genau solches Verhalten habe sie einst zum Austritt aus der Linken bewogen.

Vorstandskollege Alexander Ulrich, zugleich Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz, bedauerte den Schritt und richtete seinerseits Kritik an die Parteispitze. Der Umgang mit Nastić „im Zusammenhang mit der letzten Bundestagswahl war unterirdisch und durch nichts gerechtfertigt“, teilte er mit. Der Austritt eines Gründungsmitglieds sei „ein herber Rückschlag“ für das BSW.

Lob für AfD-Co-Chef Chrupalla

Nastić kritisierte in ihrem Schreiben außerdem eine aus ihrer Sicht fehlende friedenspolitische Ausrichtung. Viele „erfahrene Antiimperialisten“, die für eine Zusammenarbeit mit der AfD geworben hätten, seien nicht in die Partei aufgenommen worden; bei den Regierungsbildungen in Brandenburg und Thüringen sei „mit der doch eher gemäßigten AfD nicht einmal verhandelt“ worden. 

Das BSW hatte eine Kooperation mit der AfD stets abgelehnt, zuletzt warb Wagenknecht jedoch für eine Regierungsbeteiligung der rechtsextremen Partei. Zugleich lobte Nastić AfD-Co-Chef Tino Chrupalla dafür, den Abzug der US-Soldaten aus Deutschland zu fordern. Dagegen würde die BSW-Spitze „hier nur herumeiern“.

Streit um Spitzenkandidatur

Im Januar 2025 hatte die BSW-Pressestelle eine Mitteilung verschickt, in der Nastić ihren Rückzug als Hamburger Spitzenkandidatin ankündigte. Nastić teilte mit, dass der Schritt nicht mit ihr abgesprochen gewesen sei, und ließ sich einen Tag später wie geplant auf Listenplatz eins wählen. Verantwortung übernahm ihr enger Mitarbeiter Konstantin Eulenburg, der in der Mitteilung selbst als ihr Nachfolger angekündigt worden war. Er sprach gegenüber der ZEIT von einer „dummen Sache“.

Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr hatte das BSW die Fünfprozenthürde knapp verpasst. Die Partei will vor dem Bundesverfassungsgericht eine Neuauszählung aller Stimmen erzwingen.

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