Libanon: Israel plant die Errichtung einer „Pufferzone“ im Libanon

Die israelische Armee hat angekündigt, eine „Pufferzone“ im Libanon zu errichten. Diese solle die Einwohner im israelischen Grenzgebiet zum Libanon
vor „jeder Bedrohung“ schützen,
sagte Armeesprecher
Effie Defrin.

Unterdessen sollen Bodentruppen der israelischen Armee bereits in eine Grenzregion im
Südlibanon vorgedrungen sein, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Armeekreise berichtet. Die libanesische Armee kündigte einen Rückzug ihrer Posten bis zehn Kilometer von der Grenze an.

Die Entscheidung sei
getroffen worden, um die Sicherheit der Soldaten zu gewährleisten, hieß es aus Militärkreisen. Nachdem es zu einer „Eskalation“
seitens der israelischen Armee gekommen sei, habe die libanesische Armee ihre Truppen
an mehrere andere Stellungen verlegt. Das berichtet auch die Zeitung Haaretz unter Berufung auf libanesische
Quellen.

Das Vorrücken der israelischen Bodentruppen
erfolge in der Grenzregion von Kfar Kila und dem Khiam-Tal, sagte ein
libanesischer Armeevertreter, der anonym bleiben wollte.

Israel fordert Menschen zur Flucht auf

Verteidigungsminister Israel Katz
kündigte am Morgen an, dass die israelische Armee im Libanon
weiter vorrücken wolle. „Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ich
haben die israelischen Streitkräfte angewiesen, vorzurücken und weitere
strategische Stellungen im Libanon unter Kontrolle zu bringen
„, sagte Katz.

Das israelische Militär forderte die Bewohner von insgesamt 53 Ortschaften im Süden ​Libanons zum Verlassen
ihrer Siedlungen auf. Zuvor hatte die israelische Armee bereits ihre Truppen entlang der
Grenze zum Nachbarland verstärkt. Soldaten seien zusätzlich zu den fünf Posten entsandt
worden, die dort seit dem Waffenstillstand vom November 2024 im Einsatz
sind, berichteten israelische Medien unter Berufung auf
Armeeangaben.

Mindestens 30.000 Menschen auf der Flucht

Seit Beginn der Feindseligkeiten zwischen Israel
und der Hisbollah haben nach Angaben des
UN-Flüchtlingshilfswerks ​UNHCR mindestens 30.000 Menschen im
Libanon Schutz in Notunterkünften gesucht. „Konservativen
Schätzungen zufolge wurden fast 30.000 Menschen in
Sammelunterkünften aufgenommen und registriert“, sagte ein
UNHCR-Sprecher. Viele weitere hätten in ihren Autos am
Straßenrand geschlafen oder steckten im Stau.

Aus Teilen des Südlibanon, der Bekaa-Ebene im Ostlibanon und südlichen
Vororten von Beirut seien „bedeutende Bevölkerungsbewegungen“ gemeldet
worden, teilte der UNHCR-Sprecher weiter mit. Der zuständige Regionaldirektor des
Welternährungsprogramms (WFP), Samer Abdel Dschaber, rechnete nach
eigenen Angaben damit, dass die Zahl der Betroffenen im Libanon noch „erheblich steigt“.

Hisbollah griff Ziele in Israel an

Die USA und Israel hatten am Samstag massive
Luftangriffe auf den Iran begonnen.
Dabei wurden der oberste Führer
Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung
getötet. Der US-israelische Krieg
gegen den Iran hat auch den Konflikt zwischen Israel und der
pro-iranischen Miliz Hisbollah im Libanon
wieder eskalieren lassen.

Die vom Iran finanzierte Miliz,
die im November 2024 einen Waffenstillstand mit Israel geschlossen
hatte, hat in der Nacht zum Montag begonnen, Ziele im Norden Israels mit
Raketen und Drohnen anzugreifen. Israel reagierte sofort mit
Gegenangriffen und bombardierte südliche Vororte der Hauptstadt Beirut
sowie Dutzende Ortschaften im Süden des Libanon.

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