Öffnung für gewisse FirmenKuba will großen Schritt auf die USA zugehen
16.03.2026, 18:25 Uhr
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Kuba befindet sich wirtschaftlich am Abgrund, zudem steckt das Verhältnis zu den USA in einer besonders tiefen Krise. Nun könnte Havanna sich auf Washington zubewegen und Investitionen möglich machen – zumindest in einem begrenzten Umfang.
Das krisengeschüttelte Kuba will in einem potenziell weitreichenden Schritt kubanischstämmigen Unternehmern in den USA geschäftliche Aktivitäten in dem kommunistisch regierten Karibikstaat erlauben. Kuba sei zu Handelsbeziehungen mit US-Unternehmen sowie mit „in den USA lebenden Kubanern und ihren Nachkommen“ bereit, sagte Außenhandelsminister Oscar Pérez-Oliva in einem in Havanna geführten Interview des US-Senders NBC.
US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag zum wiederholten Male ein Abkommen mit Kuba in Aussicht gestellt – ohne allerdings zu konkretisieren, auf welche Themen sich dieses beziehen soll. Am Freitag hatte ihrerseits die kubanische Regierung erstmals Gespräche mit Vertretern der USA zur „Lösung von bilateralen Differenzen“ bestätigt.
In den vergangenen Monaten hatte Trump den Druck auf Kuba massiv erhöht, indem er nach der US-Militärintervention in Venezuela und der Gefangennahme des damaligen dortigen Staatschefs Nicolás Maduro die venezolanischen Öllieferungen in den Inselstaat blockieren ließ. Dies hat die massive Wirtschaftskrise in Kuba weiter verschärft.
Außenhandelsminister Pérez-Oliva sagte nun, Kuba wolle durch die Öffnung für Investitionen aus den USA ein „dynamisches unternehmerisches Klima“ schaffen. Erlaubt werden sollten „nicht nur kleine, sondern auch große Investitionen, insbesondere in die Infrastruktur“.
Als Ziel nannte der Minister, dass Schlüsselsektoren der kubanischen Wirtschaft wiederbelebt werden sollten, darunter der Tourismus und der Bergbau. Auch solle das veraltete Stromnetz des Landes modernisiert werden. In Kuba ist es in den vergangenen Monaten wiederholt zu landesweiten Stromausfällen gekommen, die teilweise tagelang andauerten.
Embargo verbietet Investitionen
Der nur etwa 145 Kilometer von der Südspitze des US-Bundesstaats Florida entfernte Karibikstaat unterliegt seit 1962 einem US-Wirtschaftsembargo. Durch das Embargo sind US-Investitionen in Kuba bislang weitgehend untersagt.
Kuba wiederum ist mit einem Großteil der kubanischen Gemeinde in den USA bislang verfeindet. Diese politisch einflussreiche Gemeinde hat ihr Zentrum im Süden von Florida, einem bei US-Präsidenten- und Kongresswahlen besonders wichtigen Bundesstaat.
Source: n-tv.de