2024 kam es in der russischen Hauptstadt zu einem der schlimmsten islamistischen Terrorakte ihrer Geschichte. Nun verurteilt ein Militärgericht die Täter und ihre Komplizen zu langen Haftstrafen.
Zwei Jahre nach dem Terroranschlag auf eine Konzerthalle in Moskau hat ein russisches Militärgericht die Haupttäter zu lebenslanger Haft verurteilt. 15 Komplizen der Täter wurden ebenfalls zu lebenslanger Haft oder Haftstrafen zwischen 19 und 22 Jahren verurteilt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur TASS sollen sie einen Teil der Strafe im Gefängnis verbringen und anschließend in eine spezielle Strafkolonie überführt werden.
Einer der schlimmsten Anschläge auf russischem Boden
Die vier Männer aus Tadschikistan hatten am 22. März 2024 mit Schusswaffen und Messern ein Rockkonzert in der „Crocus City Hall“ im Moskauer Vorort Krasnogorsk gestürmt und einen Brand verursacht. Mehr als 140 Menschen würden getötet, mehr als 600 Menschen verletzt. Es war der schlimmste Anschlag auf russischem Boden seit mehr als 20 Jahren.
Eine Splittergruppe der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hatte den Anschlag für sich in Anspruch genommen. Die russischen Behörden versuchten dennoch, die Ukraine mit dem Anschlag in Verbindung zu bringen. Kiew wies die Vorwürfe zurück.
Die Täter eröffneten während eines Rockkonzert das Feuer und setzten die Konzerthalle anschließend in Brand.
Festnahme nach wenigen Stunden
Die Angreifer waren nach Angaben der russischen Behörden zum Tatzeitpunkt zwischen 20 und 31 Jahren alt. Die russischen Ermittler hatten wenige Stunden nach dem Angriff die Festnahmen der Männer bekannt gegeben, die versucht hätten, nach Belarus und in die Ukraine zu fliehen. Bei der anschließenden Vorführung vor dem Richter trugen die Gefangenen offensichtliche Folterspuren. Einer der Männer wurde bewusstlos und im Rollstuhl sitzend vor den Richter geführt.
Der Prozess begann im August 2025 vor einem Militärgericht, wie es bei Terrorismusvorwürfen in Russland üblich ist, und fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Angehörige von Anschlagsopfern verfolgten die Urteilsverkündigung im Gerichtssaal. Mehrere Angeklagte, die in einem Glaskäfig saßen, blickten zu Boden, als der Richter das Strafmaß bekanntgab.
Source: tagesschau.de