Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt: Spitzenkandidat Sven Schulze bleibt Union-Landeschef

In Sachsen-Anhalt hat die CDU ihren Landesvorsitzenden Sven Schulze im Amt bestätigt. Damit führt er die Christdemokraten im kommenden Jahr als Spitzenkandidat in die Landtagswahl. Der 46-Jährige erhielt auf dem Landesparteitag in Magdeburg 88,2 Prozent der Stimmen: 179 Delegierte stimmten für ihn, 25 dagegen; zwei enthielten sich, eine Stimme war ungültig. Schulze leitet den Landesverband seit März 2021.

Nach der Wahl bedankte sich Schulze für die Unterstützung. „Jetzt lasst uns gemeinsam in diesen Wahlkampf ziehen“, sagte er vor den Delegierten. Er kündigte an, die CDU werde im Wahlkampf „richtig Gas geben“ und jenen beweisen, die sie bereits abgeschrieben hätten, dass man die Partei in Sachsen-Anhalt keinesfalls unterschätzen darf. In der Vergangenheit hatte Schulze für eine von der CDU geführte „Allianz der Mitte“ geworben; eine Zusammenarbeit mit der AfD nach der Landtagswahl schloss er erneut aus.

Umfragen sehen AfD an der Spitze

Anfang November kürten die Christdemokraten Schulze zu ihrem Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 6. September kommenden Jahres, da der amtierende Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) nicht mehr antreten wird. Haseloff ist bereits seit 2011 Ministerpräsident. Derzeit regiert er mit einer Koalition aus CDU, SPD und FDP. Schulze ist Wirtschaftsminister in seinem Kabinett.

Im September sah eine Umfrage die AfD in Sachsen-Anhalt mit Abstand vorn. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei kam auf 39 Prozent, gefolgt von der CDU mit 27 Prozent. Die Linkspartei erreichte 13 Prozent, die SPD sieben Prozent und das BSW sechs Prozent. Die Grünen lagen bei drei Prozent und würden damit aus dem Landtag ausscheiden. Auch die FDP wäre nicht mehr im Parlament vertreten.

Nach der Wahl Schulzes trat CDU-Bundeschef, Bundeskanzler Friedrich Merz, als Redner bei dem Parteitag auf. Er forderte die Landeswahlkämpfer auf, sich von den Umfragen nicht verunsichern zu lassen, und zeigte sich überzeugt, dass die CDU in Sachsen-Anhalt gewinnen werde. „Ich weiß, dass wir dafür kämpfen müssen“, sagte er. „Und ich weiß, dass wir bis dahin auch die Bilanz der Bundesregierung weiter verbessern müssen.“ Zuvor hatte Schulze in seiner Rede die Bundesregierung kritisiert.  Im Bund
würden Konflikte aktuell auf offener Bühne ausgetragen. „Das muss sich
wirklich ändern,“ so Schulze. Er sprach aber auch davon, dass für eine erfolgreiche Wahl in
Sachsen-Anhalt Rückenwind aus Berlin nötig sei.

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