Kurden in Rakka: Die Angst ist wieder da

Alles poltert den verschlammten Hang hinab, Motorräder, Autos, sogar Minibusse. Der erste Pfeiler der Brücke, die hier über den Fluss Euphrat führt, ist nur mehr ein Schutthaufen. Die Fahrzeuge mühen sich über eine improvisierte Piste, aber ein paar Kinder haben großen Spaß: Sie haben leere Plastikflaschen platt gedrückt und sich unter die Schuhe geschnallt und rutschen darauf die eingebrochene Fahrbahn hinunter: „Noch mal! Noch mal!“

Die Stadt Rakka im Nordosten Syriens. Es ist noch keine zwei Wochen her, dass diese Brücke über den Euphrat gesprengt wurde. Mutmaßlich waren es die sogenannten Syrischen Demokratischen Kräfte, das von Kurden angeführte Militärbündnis, das zum Zeitpunkt der Sprengung noch diesen ganzen Landesteil kontrollierte. Ohne Brücken wäre den herannahenden Truppen der Regierung in Damaskus der Weg abgeschnitten, dachte man wohl. Doch die bahnten sich anderswo eine Flussquerung – und nahmen innerhalb weniger Tage nicht nur die Stadt Rakka, sondern fast den gesamten Nordosten ein.

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