Kunden laufen weg: Lobbyagentur von Epstein-Freund Mandelson meldet Insolvenz an

Der Epstein-Skandal hat in Großbritannien nun auch ein erstes bekanntes Unternehmen in den Abgrund gerissen. Die international tätige Lobbying- und Beratungsagentur Global Counsel, die der ehemalige Labour-Spitzenpolitiker und Epstein-Freund Peter Mandelson aufgebaut hat, muss laut Medienberichten Insolvenz anmelden.

Global Counsel stellte am Donnerstag einen Insolvenzantrag und geht nun in Zwangsverwaltung – just am Tag der Verhaftung von Ex-Prinz Andrew wegen möglichen Amtsmissbrauchs und Geheimnisverrats an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Die Dynamik des Epstein-Skandals hat sich damit weiter verschärft.

Zuvor hatten große Kunden ihre Verträge mit Global Counsel gekündigt, etwa die Barclays-Bank, die Supermarktkette Tesco und der Zahlungsdienstleister Klarna. Auch Vodafone wollte seinen Vertrag nicht mehr verlängern.

Das „Peter-Mandelson-Erbe” habe zum Kollaps der Firma geführt, schrieben der Verwaltungsratsvorsitzende Archie Norman und die erst kürzlich ernannte Vorstandschefin Rebecca Park laut Medienberichten an die Mitarbeiter. Global Counsel war zuvor international erfolgreich.

Standorte in London, Brüssel, Berlin und Washington

Die Lobbying-Firma beschäftigte zuletzt rund 120 Mitarbeiter an Standorten in London, Brüssel, Berlin, Singapur, Washington und Doha. Noch vor knapp zwei Jahren, im Frühjahr 2024, wurde das Unternehmen bei einem Teilverkauf an den Obama-Wahlkampfmanager Jim Messina mit 30 Millionen Dollar bewertet. Global Counsel wirbt für sich mit dem Slogan „Navigieren durch Politik, Wirtschaft und Politikgestaltung“. Laut dem jüngsten verfügbaren Geschäftsbericht machte die Firma 2024 fast 22 Millionen Pfund (25 Millionen Euro) Umsatz.

Peter Mandelson ist neben Ex-Prinz Andrew das bekannteste Gesicht des Epstein-Skandals in Großbritannien geworden. Der frühere Wirtschaftsminister und EU-Kommissar hatte die Lobbying-Firma im Jahr 2010, nach Labours Wahlniederlage, mitgegründet und aufgebaut. Nach seiner Berufung zum britischen Botschafter in Washington zog sich Mandelson aus dem operativen Geschäft zurück, er blieb aber Miteigentümer von Global Counsel.

Insiderinformationen an Epstein gegeben

Im November 2025 stürzte Mandelson als Botschafter, nachdem immer mehr Details über seine langjährige enge Beziehung zu Epstein – auch nach dessen Verurteilung wegen Prostitution minderjähriger Mädchen – bekannt wurden. Die Affäre hat auch Premierminister Keir Starmer nahe an den Abgrund gebracht.

Laut Mandelsons Email-Austausch mit Epstein hatte er marktsensible Informationen aus den höchsten EU-Machtzirkeln verschickt, etwa zur Euro-Rettung. Mandelson erhielt von dem New Yorker Finanzier in früheren Jahren auch Geld. Epstein überwies laut veröffentlichten Dokumenten 75.000 Dollar an Mandelson. Die britische Polizei ermittelt seit zwei Wochen gegen den 72 Jahre alten Ex-Politiker wegen Amtsmissbrauch und hat mehrere Wohnungen durchsucht.

Der Co-Gründer und langjährige Vorstandschef von Global Counsel, Benjamin Wegg-Prosser, trat schon am 6. Februar zurück, wie vor einer Woche bekannt wurde. Die vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Dokumente zeigen, dass auch er mehrmals mit dem Finanzier Kontakt hatte. Er besuchte Epstein sogar, als dieser wegen seiner ersten Verurteilung unter Hausarrest stand, und beriet über die Gründung von Global Counsel. Noch vor wenigen Wochen hatte Wegg-Prosser jegliche Beziehung abgestritten.

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