Private Unternehmen dürfen in Kuba jetzt selbst Diesel und
Benzin importieren. Das wurde aufgrund der schweren Energie- und Wirtschaftskrise von Kubas Vizepremierminister Oscar Pérez-Oliva genehmigt.
Möglich ist das, wenn die Privatfirma eine Lizenz für die Kontrolle ausländischer Vermögenswerte (OFAC) besitzt. Private Firmen können damit bestimmte Produkte aus den USA importieren, auch Treibstoff. Die Lizenzen können Firmen bereits seit mehreren Jahren erhalten, jedoch war die Einfuhr von Treibstoff bis vor Kurzem durch den sozialistischen Staat verboten.
US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme und Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar die Öllieferungen Venezuelas an Kuba eingestellt. Staaten, die Erdöl an Kuba lieferten, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen. Pérez-Oliva ordnete daher eine Reihe von Sofortmaßnahmen an, um Strom und Kraftstoff zu sparen.
Privaten Import von Diesel und Benzin
Kubanische Privatfirmen, die Diesel aus den USA einführen wollen, berichten, dass es keine Mengenbeschränkung gäbe. Der Weiterverkauf an Dritte sei jedoch verboten. Laut Firmenbesitzer soll es entsprechende Kontrollen an Tankstellen geben. Die Behörden könnten ihnen jedoch keine klaren Angaben machen.
Laut dem kubanischen Unternehmensberater Oniel Diaz hätten längst nicht alle die Kenntnisse und Fähigkeiten, Treibstoff im Ausland zu kaufen. Er rechne damit, dass es „einige Hundert“ Firmen versuchen würden. Entscheidend sei aber, wie mögliche Lieferanten reagieren. „Sie müssen der Trump-Regierung trotzen und sogar das Risiko eingehen, mit ihr in Konflikt zu geraten“, sagte Diaz.
Auf Kuba gibt es seit 2021 die Möglichkeit, ein kleines privates Unternehmen zu gründen. Im vergangenen Jahr gab es davon rund 9.700 – sie erwirtschafteten 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.