Der US-Kongress hat den Weg für eine umfassende Regulierung sogenannter Stablecoins freigemacht. Das Repräsentantenhaus verabschiedete am Donnerstag mit parteiübergreifender Mehrheit den sogenannten Genius Act, der einen gesetzlichen Rahmen für an den Dollar gekoppelte Kryptowährungen schafft. Der Senat hatte die Vorlage bereits verabschiedet. Sie ging damit an Präsident Donald Trump, dessen Unterschrift erwartet wurde. Zudem stimmten die Abgeordneten für einen weiteren Gesetzentwurf, den Clarity Act, der einen Regulierungsrahmen für den gesamten Kryptomarkt schaffen soll. Dieser wird nun dem Senat zur Prüfung vorgelegt.
Die Verabschiedung des Gesetzes gilt als Meilenstein für die Digitalwährungsbranche, die seit Jahren auf eine landesweite Regulierung dringt und sich bei der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr mit hohen Summen engagiert hatte. Die Aktien von Kryptounternehmen legten am Donnerstag im nachbörslichen Handel zunächst zu. So stiegen die Papiere der Kryptobörse Coinbase um 3,2 Prozent und des Online-Brokers Robinhood um rund drei Prozent.
Branche jubelt über Entscheidung
„Die parteiübergreifende Verabschiedung des Genius Act ist ein historischer Moment für digitale Vermögenswerte in den USA“, sagte Summer Mersinger, Chefin des Branchenverbands Blockchain Association. „Zum ersten Mal hat der Kongress ein umfassendes Gesetz auf den Weg gebracht, das durchsetzbare, maßgeschneiderte Regeln für Stablecoins vorsieht – eine grundlegende Technologie für die Zukunft des Finanzwesens.“
Stablecoins sind Kryptowährungen, die zur Wahrung der Stabilität in der Regel eins zu eins an einen Basiswert wie den US-Dollar oder Gold gekoppelt sind. Das nun verabschiedete Gesetz sieht vor, dass die Anbieter solcher Digitalwährungen ihre Token vollständig mit liquiden Mitteln wie Bargeld oder kurzfristigen US-Staatsanleihen unterlegen müssen. Zudem müssen sie monatlich die Zusammensetzung ihrer Reserven offenlegen.
Der Marktwert aller Stablecoins beläuft sich dem Branchendienst CoinMarketCap zufolge auf rund 262 Milliarden Dollar. Sie machen damit jedoch nur einen kleinen Teil des gesamten Kryptomarktes aus, dessen Volumen bei etwa 3,8 Billionen Dollar liegt.
Einem Bericht der Financial Times zufolge will die US-Regierung künftig auch Kryptoinvestitionen im Rahmen des Altersvorsorgeinstruments 401(k) ermöglichen. Entsprechende Anordnungen von Präsident Trump seien derzeit in Vorbereitung. Mit den sogenannten 401(k)-Plänen können Amerikaner einen Teil ihres Einkommens zunächst steuerfrei am Kapitalmarkt investieren.