Der geplante neue Vertrag für den VW-Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch stößt auf Kritik. „Wir benötigen an der Spitze des VW-Aufsichtsrats einen personellen Neuanfang – jemanden, der mit frischem Blick, aktuellem technischen Know-how und ohne alte Interessenskonflikte neu dazu kommt“, sagte Ingo Speich, Experte für gute Unternehmensführung bei der Fondsgesellschaft Dekra WELT AM SONNTAG. Es brauche stattdessen jemanden, der VW mit Blick auf die nächste Dekade prägen könne.
Pötsch wird zum Termin der Hauptversammlung im Juni die in der Satzung des Aufsichtsrats festgelegte die Altersgrenze von 74 Jahren für einen neuen Vertrag überschritten haben.
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) will den Kleinaktionären dennoch die Zustimmung zu dem Vertrag empfehlen. „Pötsch hat die geballte Erfahrung, auf die der Konzern nicht verzichten kann“, sagte DSW-Präsident Ulrich Hocker.
Auch das Land Niedersachsen als VW-Großaktionär stützt den Aufseher. „Ich schätze die Zusammenarbeit mit Herrn Pötsch. Aus Sicht des Landes kommt es in der jetzigen Lage von Volkswagen vor allem auf Stabilität, Verlässlichkeit und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den Gremien an. Kontinuität an der Spitze des Aufsichtsrats ist dafür ein wichtiger Faktor“, erklärte Ministerpräsident Olaf Lies (SPD).
Auch ein Sprecher des Betriebsrats äußerte sich positiv: „Wir schätzen die Zusammenarbeit mit ihm außerordentlich und freuen uns, die Themen im Aufsichtsrat auch zukünftig mit ihm an der Spitze des Kontrollgremiums gemeinsam, kooperativ und konsequent in Angriff nehmen zu können.“
Source: welt.de