Kritik an Kubicki-KandidaturStrack-Zimmermann gegen „alte Schlachtrösser“ an FDP-Spitze
05.04.2026, 13:51 Uhr
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In der FDP läuft es offenbar auf einen Zweikampf um den Vorsitz hinaus: Nach Henning Höne wirft auch Wolfgang Kubicki seinen Hut in den Ring. Marie-Agnes Strack-Zimmermann kritisiert den Schritt.
Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat die Kandidatur von Wolfgang Kubicki als FDP-Chef kritisiert. „Die FDP muss von einer neuen Generation in die Zukunft geführt werden, nicht nur von alten Schlachtrössern“, erklärte die Europaabgeordnete auf X. „Natürlich müssen Persönlichkeiten wie Wolfgang Kubicki und ich unsere Bekanntheit und mediale Aufmerksamkeit in den Dienst der Neuaufstellung der Partei stellen. Aber gemeinsam mit der neuen Generation und nicht, indem wir ihr an der Spitze allein im Weg stehen.“
„Wettbewerb kann einer Partei wie der FDP, die wie kaum eine andere für Offenheit und Leistungsprinzip steht, nie schaden“, so Strack-Zimmermann. „Doch jetzt ist nicht die Zeit für persönliche Eitelkeiten oder späte Selbstvergewisserung, nur weil dafür Raum entsteht.“
Kubicki hatte zuvor seine Kandidatur als Parteichef angekündigt. „Ich will eine Partei, die mit neuem Selbstbewusstsein die politischen Debatten in diesem Land anführt, statt ihnen hinterherzulaufen“, schrieb Kubicki auf X. „Deutschland wartet nicht auf eine FDP, die sich in akademischen Diskussionen verzettelt, sondern auf eine, die dieses Land groß gemacht hat: klar im politischen Inhalt und ebenso klar in der Sprache. Für die Freiheit.“
Kubicki will der Partei ein Angebot machen
Er wolle den Delegierten beim Parteitag im Mai mit seiner Kandidatur ein „Angebot machen“, so der 74-Jährige. „Ich werde alles tun, die Partei wieder erfolgreich zu machen.“
Zuvor hatte bereits NRW-Landeschef Henning Höne seine Kandidatur für den Chefposten erklärt. Ursprünglich hatte sich Strack-Zimmermann für eine Doppelspitze in der Parteiführung ausgesprochen. Dafür konnte sie jedoch keinen Mitstreiter gewinnen.
Anschließend sprach sie sich für Höne als neuen FDP-Vorsitzenden aus. Dieser sei ein „junger, zugleich erfahrener und durchsetzungsstarker Kandidat“, so die Europaabgeordnete. „Er steht für ein klares marktwirtschaftliches wie gesellschaftspolitisches Profil und hat das Potenzial, das zu leisten, was in den vergangenen Monaten versäumt wurde und was auch das übrige Kandidatenfeld nicht überzeugend verkörpert: die Zusammenführung und Verteidigung des organisierten Liberalismus in seiner ganzen Breite.“
Höne selbst bekräftigte in Reaktion auf die Kubicki-Kandidatur seine Bereitschaft, die Partei zu führen. „Mein Angebot an die Partei bleibt bestehen: Die FDP braucht einen Neustart.“ Er freue sich auf den Wettbewerb mit Kubicki.
Source: n-tv.de