Kriegsverbrechen in der UkrainePutin-General schickte Foto abgeschnittener Ohren an seine Frau
21.02.2026, 20:09 Uhr
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Ein russischer General soll in privaten Chats und Audionachrichten mit der Misshandlung Kriegsgefangener geprahlt haben. Recherchen legen nahe, dass Ukrainer gefoltert und getötet wurden. Auch seine Ehefrau war demnach über die Gräueltaten informiert.
Private Nachrichten eines hochrangigen russischen Offiziers enthüllen laut einem Medienbericht, wie Moskaus Armee in der Ukraine Kriegsgefangene misshandelt und ermordet. Investigativjournalisten des US-finanzierten Senders Radio Free Europe/ Radio Liberty erhielten nach eigenen Angaben durch eine Quelle innerhalb der ukrainischen Streitkräfte mehrere Gigabytes an Chats und Audionachrichten des russischen Generalmajors Roman Demurchijew. Die untersuchten Daten stammen demnach aus den Jahren 2022 bis 2024. Der 49-Jährige soll mindestens bis Dezember 2024 Vize-Kommandeur der 20. russischen Gardearmee gewesen sein. Welchen Posten er aktuell bekleidet, ist unbekannt. Die 20. Gardearmee kämpft in der Ostukraine in der Region Donezk.
Laut den Recherchen teilte Demurchijew Fotos von abgeschnittenen menschlichen Ohren mit anderen Militärs sowie seiner Ehefrau. In einem Chat mit seiner Frau habe er damit geprahlt, eine Girlande aus menschlichen Ohren angefertigt zu haben. Ein weiteres Foto zeigt offensichtlich gefesselte ukrainische Gefangene. Um ihre Köpfe sind in blutgetränkte Verbände gewickelt.
In einem anderen Gespräch habe Demurchijew einem Offizier des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB einen Kriegsgefangenen als „Geschenk“ angeboten. Der Generalmajor fragte, ob er den Ukrainer „beseitigen“ oder übergeben solle und fügte hinzu, dass seine Einheit keine Zeit habe, den Gefangenen „ordnungsgemäß zu verhören“. Anhand eines Fotos identifizierten die Journalisten den Kriegsgefangenen als einen 42-jährigen Freiwilligen aus der Region Saporischschja, der später ausgetauscht wurde.
Des Weiteren hätten die Auswertungen ergeben, dass die russischen Streitkräfte Angehörige von Kriegsgefangenen erpressen würden, um sie zur Kooperation zu zwingen. Dokumentiert seien auch Fälle, in denen ukrainische Soldaten, die sich ergaben, hingerichtet wurden. Die Journalisten konfrontierten Demurchijew per Telefon mit ihren Erkenntnissen. Der Generalmajor beendete laut dem Bericht das Gespräch, nachdem er zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen befragt wurde und blockierte anschließend weitere Anrufe.
Source: n-tv.de