Nach der Kriegserklärung Pakistans an Afghanistan sind die Kämpfe zwischen den Nachbarländern auch in der Nacht zum Samstag weitergegangen. Der afghanische Fernsehsender Tolonews berichtete unter Berufung auf
einen Sprecher der islamistischen Taliban-Regierung, seit dem vergangenen Wochenende
seien 52 Zivilisten getötet und 66 verletzt worden. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Auch am dritten Tag der Gefechte gab es weiter diplomatische Bemühungen um eine
Deeskalation der Kämpfe entlang der Grenze. Die Taliban-Regierung teilte mit, Außenminister
Amir Khan Muttaqi habe mit dem saudischen Prinzen Faisal bin
Farhan über Möglichkeiten zur Beruhigung der Lage telefoniert. Ergebnisse wurden aber nicht mitgeteilt.
Derweil sprach ein Militärsprecher der Taliban davon, ein pakistanisches Militärflugzeug im afghanischen
Dschalalabad abgeschossen und den Piloten
gefangen genommen zu haben. Die pakistanische Seite dementiert das. Aus pakistanischen Sicherheitskreisen
hieß es, pakistanische
Streitkräfte hätten mehrere Posten und Lager der islamistischen Taliban zerstört. Pakistan wirft den in Afghanistan regierenden islamistischen Taliban vor, Terrorgruppen zu unterstützen. Auch diese Angaben sind zunächst nicht unabhängig zu überprüfen.
Kriegserklärung Pakistans an Afghanistan
Die Kämpfe zwischen den Nachbarstaaten waren erneut ausgebrochen, nachdem Pakistan am vergangenen Wochenende Ziele in Afghanistan
angegriffen hatte; die Taliban starteten eine Gegenoffensive. Später zeigte sich
Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid offen für Dialog. Das pakistanische Verteidigungsministerium teilte
jedoch mit, die Angriffe fortzusetzen, bis die Taliban der Unterstützung
von Terrorgruppen entsagen. Pakistans Verteidigungsminister Khawaja
Muhammad Asif bezeichnete den Konflikt sogar als „offenen Krieg“.
Bereits im vergangenen Jahr war es zu Gefechten zwischen den Taliban und Pakistan gekommen. Nach UN-Angaben wurden damals 70 afghanische
Zivilisten getötet. Pakistan wirft den Taliban vor,
Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Die Taliban selbst entstanden in Pakistan, bevor sie die Herrschaft in Afghanistan übernahmen. Als Nachbarstaat ist kaum ein Land so stark von der Machtübernahme der islamistischen Taliban betroffen wie Pakistan.
Die USA betonten zuletzt das Recht Pakistans zur Selbstverteidigung. Russland und der Iran
boten sich als Vermittler an, die Türkei bemühte sich um diplomatische Kontakte. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rief Afghanistan und
Pakistan zur Deeskalation und zum Dialog auf.