Krieg im Nahen Osten: Angriffe uff Tausende Ziele in Iran

Stand: 11.03.2026 • 18:31 Uhr

Das US-Militär hat bisher Tausende Ziele in Iran angegriffen. Israel beschießt Iran und reagiert auf Angriffe aus dem Libanon. Teheran antwortet mit Attacken auf Israel und die Golfstaaten.

Seit Kriegsbeginn hat das US-Militär nach eigenen Angaben in Iran mehr als 5.500 Ziele angegriffen. In einem auf X verbreiteten Video sagte der zuständige US-Kommandeur Admiral Brad Cooper: „Erst gestern hatten wir fast stündlich Angriffswellen aus verschiedenen Richtungen und von verschiedenen Standorten aus auf den Iran.“

Cooper verwies in seinem Update darauf, dass die US-Streitkräfte bei ihren Angriffen mehr als 60 iranische Schiffe getroffen hätten. Auch das letzte von insgesamt vier Kriegsschiffen der Soleimani-Klasse sei ausgeschaltet worden. Dabei handelt es sich um ein relativ modernes Kampfschiff der islamischen Revolutionsgarden.

140 verletzte US-Soldaten

Der Iran reagiert auf die Angriffe der USA und Israels mit Gegenangriffen, durch die nach Angaben des Pentagons bereits etwa 140 US-Soldaten verletzt worden sind. In den meisten Fällen handele es sich um leichte Verletzungen, teilte Pentagon-Sprecher Sean Parnell mit. Acht Soldaten seien aber schwer verletzt. Sieben Soldaten starben durch iranische Angriffe.

Das US-Militär rief die Zivilbevölkerung im Iran auf, Häfen zu meiden, sofern dort die iranische Marine im Einsatz ist. Hafenarbeiter, Verwaltungsangestellte und Besatzungen von Handelsschiffen sollten sich nicht in der Nähe von iranischen Kriegsschiffen und Militärausrüstung aufhalten, teilt das US Central Command mit. Die US-Streitkräfte könnten nicht für die Sicherheit der Zivilisten garantieren.

Kritik von Irak und Oman wegen Beschusses durch Iran

Iran greift seinerseits weiter Ziele in Israel und in den Golfstaaten an. Der Sultan des Oman, Haitham bin Tariq Al Said, kritisierte einen iranischen Drohnenangriff auf ein Öllager in der omanischen Hafenstadt Salala. Auch Ziele im Irak wurden getroffen. Der irakische Premierminister Mohammed Shia al-Sudani teilte dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian mit, dies sei vollkommen unakzeptabel und untergrabe die Bemühungen, den Krieg zu beenden.

Blockade der Straße von Hormus

Die islamischen Revolutionsgarden teilten mit, Schiffe würden nur dann durch die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus gelassen, wenn sie dafür die Genehmigung Teherans erhalten hätten. Jedes Schiff müsse vor dem Passieren der Meerenge „die Genehmigung des Iran einholen“, hieß es auf X.

Die Revolutionsgarden hatten der iranischen Agentur Isna zufolge mehrere Handelsschiffe in der Straße von Hormus angegriffen. Eines der getroffenen Schiffe war demnach unter der Flagge von Liberia unterwegs. Bei dem zweiten Schiff habe es sich um einen Frachter aus Thailand gehandelt. Thailändischen Quellen zufolge rettete die Marine des Oman 20 Besatzungsmitglieder des thailändischen Schiffes, mehrere würden noch vermisst.

Israel greift weiter Ziele im Iran und im Libanon an

Das israelische Militär startete nach eigenen Angaben gleichzeitig Angriffswellen auf Beirut und den Iran. Im Süden der libanesischen Hauptstadt hat die radikal-islamische Hisbollah Hochburgen. Sie ist mit der Führung im Iran verbündet und hat seit Beginn des Krieges Ende Februar mehrfach Ziele in Israel angegriffen.

Das israelische Militär wiederholte die Aufforderung an die Bevölkerung, die Vororte im Süden Beiruts zu verlassen. Die Bewohner sollten ihre Häuser verlassen und bis auf Weiteres nicht zurückkehren, teilt das Militär auf X mit.

Macron fordert Ende der Gewalt im Libanon

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte ein Ende der Gewalt im Libanon. Frankreich stehe seinen Partnern zur Seite, sagte er. „Allen voran dem Libanon, der im Interesse seiner Sicherheit und Souveränität äußerst klare Botschaften an die Hisbollah gerichtet hat.“

Die Hisbollah müsse ihre Angriffe vom Libanon aus auf Israel einstellen und ihre Waffen an die libanesischen Streitkräfte übergeben, so Macron. „Israel muss die Souveränität des Libanon respektieren und Zurückhaltung üben.“

Nach offiziellen Angaben aus Beirut wurden bisher nahezu 760.000 Menschen im Libanon vertrieben.

Source: tagesschau.de