Für den Angriff auf eine Grundschule im Iran mit mutmaßlich mehr als 170 Toten sind laut Berichten über vorläufige Untersuchungsergebnisse die US-Streitkräfte verantwortlich. Übereinstimmend berichten die New York Times und CNN unter Berufung auf nicht genannte Quellen zu der Untersuchung, dass die Schule aufgrund veralteter Geheimdienstinformationen fälschlicherweise mit einem Tomahawk-Marschflugkörper angegriffen worden sei.
Bei der Attacke am 28. Februar, dem ersten Tag der Angriffe der USA und Israels im Iran, sollen nach Angaben iranischer Staatsmedien mindestens 168 Schülerinnen und 14 Lehrkräfte getötet worden sein. Eigentlich habe man den anliegenden Marinestützpunkt treffen wollen, zu dem das Schulgebäude früher gehört habe, berichteten US-Medien.
CNN zufolge sollen bereits auf Satellitenaufnahmen aus dem Jahr 2016 ein Zaun zwischen dem Stützpunkt und der Schule sowie ein separater Eingang zu erkennen sein. Auf Aufnahmen vom Dezember vergangenen Jahres sollen Menschen zu sehen sein, die auf dem Schulhof „offensichtlich spielten“. Auch DIE ZEIT hatte nach einer Analyse von Satellitenbildern berichtet, dass das Schulgelände durch Mauern vom Rest des Komplexes abgetrennt war.
Ungeklärt ist den Berichten zufolge, warum die Informationen vor dem Angriff nicht noch einmal überprüft wurden. US-Präsident Donald Trump hatte zunächst den Iran für den Angriff verantwortlich gemacht. Später verwies er auf die laufende Untersuchung und sagte: „Was immer bei dem Bericht herauskommt, ich bin willens, mit diesem Bericht zu leben.“
Kongressabgeordnete der oppositionellen Demokraten erklärten, falls die USA für den Angriff verantwortlich seien, sei es einer der „gravierendsten Fälle mit zivilen Opfern“ bei US-Militäreinsätzen im Nahen Osten in Jahrzehnten.
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