Wenn die Spritpreise steigen, gewinnen die Ölkonzerne: Der britische Ölkonzern Shell hat angekündigt, wegen der hohen Ölpreise angesichts des Iran-Kriegs mit einem deutlichen Gewinnplus im ersten Quartal 2026 zu rechnen. In der Marketing-Sparte von Shell,
zu der insbesondere das weltweite Tankstellennetz gehört, dürften die
bereinigten Gewinne für Januar bis März „deutlich höher ausfallen“ als
im gleichen Zeitraum des Vorjahres, schrieb Shell. Die endgültigen Quartalszahlen veröffentlicht Shell jedoch erst am 8. Mai.
Doch der Iran-Krieg bringt dem Ölkonzern nicht nur Gewinne: In der Gasproduktion senkte Shell jedoch eine Prognose für die erwartete Fördermenge. Grund
für die Drosselung ist ein Angriff auf die
Gasverflüssigungsanlage Pearl in Katar Mitte März, bei dem ein
Teil der Anlage beschädigt wurde. Die Reparatur soll rund ein
Jahr dauern. Die Prognose für die Produktion von
Flüssigerdgas (LNG) wurde dagegen nur leicht angepasst.
Zudem tat der Shell-Aktie die Ankündigung des Waffenstillstands im Nahen Osten nicht gut. Sie fiel mit minus sechs Prozent deutlich ab, da der Ölpreis nach der Verkündung um rund 15 Prozent gefallen war. Tatsächlich sanken die Spritpreise aber in Deutschland bisher nicht.
Für 2025 hatte Shell bereits einen um elf Prozent gestiegenen Jahresüberschuss von 17,838
Milliarden Dollar bekannt gegeben – und das, obwohl die Ölpreise im vergangenen
Jahr gesunken waren. Der Rückgang sei ausgeglichen worden, indem mehr Öl verkauft worden sei und die Produktionskosten gedrückt worden seien.