Krieg im Iran: „Das System hat weniger Angst vor dem Krieg als vor den Menschen“

Sie löscht Chatverläufe, meldet sich aus Apps ab, leert
regelmäßig ihren Speicher. Wenn sie das Haus verlässt, prüft sie mehrmals ihr
Handy – nicht aus Gewohnheit, sondern aus Angst. „Damit mir an den
Kontrollpunkten nichts passiert“, sagt eine Aktivistin der iranischen
Frauenbewegung aus Teheran in einem kurzen Austausch über den
Kurznachrichtendienst Telegram. Aus Vorsicht will sie auch nicht namentlich genannt
werden. Während unaufhörlich Bomben auf unterschiedlichste Ziele in Teheran
fallen, ist ihr Alltag von einer zweiten, unmittelbaren Bedrohung geprägt: den
Sicherheitskräften im eigenen Land. „Auch während des Kriegs haben die Drohanrufe,
die telefonischen Vorladungen zu Sicherheitsbehörden, die Sorge um Razzien
nicht aufgehört.“

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