Kreml will gesamten DonbasRussland fordert mehr US-Druck auf die Ukraine
29.03.2026, 20:43 Uhr
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An der Front ist derzeit wenig Vorankommen für die russischen Soldaten. So versucht es der Kreml wohl auf diplomatischem Wege. Aber nicht in Gesprächen mit Kiew, sondern durch Forderungen an die USA. Die sollen die Ukraine zu einem Friedensvertrag bringen.
Russland hat die USA zu Druck auf die Ukraine aufgerufen, sich auf Moskaus Bedingungen für ein Kriegsende einzulassen. Die Amerikaner hätten die Hebel, tatsächlich Druck und Einfluss auf Kiew auszuüben, sagte der außenpolitische Berater von Kremlchef Wladimir Putin, Juri Uschakow, dem russischen Staatsfernsehen. „Genau dazu rufen wir unsere amerikanischen Kollegen auf. Das ist es, was jetzt notwendig ist“, sagte Uschakow.
Wie genau Washington Druck ausüben soll, sagte er nicht. Allerdings fordert Russland seit langem den Stopp westlicher Waffenlieferungen an die Ukraine. Zudem verlangt das Land, dass die Ukraine ihre Truppen aus dem bisher von Moskau nicht vollständig kontrolliertem Gebiet Donezk zurückzieht – im Gegenzug für einen Waffenstillstand. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schloss solche Geschenke an Russland wiederholt aus.
Selenskyj beklagte am Wochenende erneut, dass die USA ebenfalls auf einem Abzug ukrainischer Truppen aus dem Donbass bestünden – als Voraussetzung dafür, dass er dann seine mit Nachdruck geforderten Sicherheitsgarantien für Kiew bekommt. Selenskyj hatte zuletzt wiederholt kritisiert, dass die USA diese Garantien zum Schutz vor künftigen russischen Angriffen erst geben wollten, wenn Moskau die Kontrolle über den Donbass bekomme. Seit Regierungsantritt Donald Trumps treten die USA sehr einseitig in ihren Forderungen auf. Russland gegenüber wird großes Entgegenkommen gezeigt, die Ukraine wird immer wieder kritisiert und oft allein dafür verantwortlich gemacht, dass es noch keinen Friedensvertrag gibt.
Die Vorstöße Russlands sind derzeit kaum erfolgreich. Das Vorrücken findet nur in ganz kleinen Schritten statt, größere Ortschaften haben russische Truppen schon länger keine mehr besetzt. Im Gegenzug gelang es ukrainischen Truppen in der Region Saporischschja, einige Gebiete von der russischen Besatzung zu befreien. So soll sogar eine russische Frühlingsoffensive verhindert worden sein.
Druck könnten die USA ausüben, indem sie der Ukraine etwa keine Flugabwehrraten mehr liefern würden. Befürchtet wird in Kiew derweil, dass die USA ihre Waffen für den Krieg im Nahen Osten benutzen könnten. Selenskyj erklärte allerdings, dass die für die Ukraine bestimmten Waffen bisher nicht umgeleitet würden. Allerdings war die Unterstützung mit Militärgerät unter der Trump-Regierung ohnehin auf nahezu null gesunken.
Westliche Verbündete der Ukraine hatten von den USA genau das Gegenteil gefordert, mehr Hilfe für Kiew und mehr Druck auf Moskau. Das war aber nicht der Fall. Zuletzt hatte Washington sogar Sanktionen gegen russische Ölexporte für zunächst einen Monat gelockert. Sie erhofften sich dadurch Entspannung beim Ölpreis, der durch den Angriff Israels und der USA auf den Iran deutlich angestiegen war.
Selenskyj bereiste am Wochenende die Länder im Nahen Osten und unterzeichnete dort nach eigenen Angaben mehrere Vereinbarungen über eine militärische Zusammenarbeit. In der Region sind auch ukrainische Drohnenexperten im Einsatz, die bei der Abwehr von iranischen Drohnenangriffen helfen wollen.
Selenskyj sprach sich zudem für eine Wiederaufnahme der trilateralen Verhandlungen mit Vertretern Kiews und Moskaus unter US-Vermittlung aus. Er beklagte dabei, dass die US-Unterhändler wegen des Iran-Krieges ihr Land im Moment nicht verließen. Russland hatte sich zu neuen Gesprächen bereiterklärt.
Source: n-tv.de