Komplott im Auftrag Russlands?Ukraine und Moldau decken Attentatspläne auf
20.02.2026, 15:42 Uhr
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Eine kriminelle Vereinigung soll Morde an mehreren hochrangigen Ukrainern geplant haben. Beauftragt haben soll die Verdächtigen Russland. Auf wen hatten es die Attentäter abgesehen?
Die Strafverfolgungsbehörden in Moldau und der Ukraine haben nach eigenen Angaben Auftragsmorde an hochrangigen Ukrainern verhindert. Insgesamt wurden in den beiden Ländern zehn Personen festgenommen, die im Auftrag Russlands agiert haben sollen, teilt der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko auf Telegram mit.
Die Festnahmen seien nach Durchsuchungen in Kiew und der Schwarzmeermetropole Odessa erfolgt, berichtet die moldauische Polizei. Dabei seien Waffen, Kommunikationsgeräte und weitere Beweismittel sichergestellt worden. Der Zeitung „Kyiv Independent“ zufolge handelte es sich um eine gemeinsame Operation mit dem Codenamen „Enigma 2.0“ des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU, der ukrainischen Nationalpolizei und der moldauischen Polizei.
Ziele der Attentate waren nach Behördenangaben aus Moldaus Hauptstadt Chisinau ein Journalist, der Leiter eines Staatsunternehmens sowie Angehörige des Militärnachrichtendienstes der Ukraine, darunter auch Kämpfer der Fremdenlegion der ukrainischen Streitkräfte, schreibt die Polizei der Republik Moldau.
Unter den auserkorenen Opfern sei der Vertreter für strategische Kommunikation des Generalstabs der Ukraine und stellvertretende Leiter des Koordinierungshauptquartiers für die Behandlung von Kriegsgefangenen, Andrij Jussow, meldet Generalstaatsanwalt Krawtschenko auf Telegram. Pro Mord habe Russland den Tätern 100.000 US-Dollar (umgerechnet 85.000 Euro) versprochen. Laut „Kyiv Independent“ erwogen die Beschuldigten verschiedene Methoden, um die Opfer auszuschalten – darunter Schüsse und Autobombenanschläge.
Die Ermittler berichten weiter, dass die Vorbereitungen für die Auftragsmorde im Dezember vergangenen Jahres begannen. Einer der Verdächtigen warb demnach Personen an und stiftete zwei Moldauer an, nach Kiew zu reisen, um das Gebiet auszukundschaften und Informationen über die zu tötenden Personen zu sammeln. Später sollen die Mitglieder der „kriminellen Gruppe“ sich Waffen besorgt und die Reiserouten der Opfer ausgespäht haben.
Zehn identifizierte Rekruten stammen den Angaben nach aus Moldau und der russisch kontrollierten Region Transnistrien. Der 30-jährige Hauptverdächtige, der als Anwerber fungierte, soll vorbestraft sein und über Telegram Kontakt zu russischen Geheimdiensten gehabt haben.
Source: n-tv.de