Kommunikationsnetze: EU-Kommission will mehr Zeit z. Hd. Glasfaserumstieg verschenken

Die EU-Kommission will den 27 Mitgliedsländern mehr Zeit für den Umstieg auf Glasfaser
geben. Bis 2035 und damit fünf Jahre später als bisher geplant solle
der Ausbau abgeschlossen und bisherige DSL-Anschlüsse abgeschaltet sein, teilte EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen in Straßburg bei der Vorstellung des Gesetzesvorschlags mit.  Dafür sollen die Mitgliedstaaten dem Vorschlag nach bis 2029 verbindliche Pläne vorlegen. 

Die Verbraucher sollen laut EU-Kommission durch die
DSL-Abschaltungen keine Nachteile erfahren dürfen und sich auf eine
durchgehende Versorgung mit Internet verlassen können.
Vereinzelte Ausnahmen soll es demnach geben, wenn Kupferleitungen noch
immer die beste Lösung bleiben, etwa weil der Verbau von Glasfaser zu teuer ist. 

Für Deutschland steht noch kein Datum für den vollständigen Umstieg auf Glasfaser
fest. Die Bundesnetzagentur legte aber bereits einen Fahrplan vor:
Sobald vier von fünf Haushalten und Unternehmen in der Bundesrepublik
mit Glasfaser versorgt sind, soll eine schrittweise Abschaltung der DSL-Anschlüsse und Kupferkabel beginnen. Zwei Jahre vor der Abschaltung sollen die Unternehmen keine Verträge
mehr für DSL-Anschlüsse vertreiben. Ein Jahr vor der Abschaltung will
die Bundesnetzagentur alle Verbraucherinnen und Verbraucher informieren.

Mehr Investitionen bei Mobilfunknetzen

Glasfaser
gilt als die beste Technologie, um den steigenden Bedarf an Datenmassen
zu decken. Auch Fernsehkabel sind in der Datenübertragung recht
schnell. Ein Großteil der Internetanschlüsse wird derzeit aber immer
noch über Kupfer-Telefonleitungen betrieben
(VDSL). Das gilt als
Auslaufmodell mit relativ niedrigem Übertragungstempo.

Daneben sollen die Vorschläge zu mehr
Investitionen im Ausbau von Mobilfunknetzen führen. Die EU war bei der
Einführung von 5G hinter langsamer als ihre internationalen Konkurrenten, wie die Kommission 2024 selbst eingeräumt hatte. Sie führt
das auch auf große Unterschiede zwischen den EU-Staaten bei der
Genehmigung von Frequenzen zurück. Das soll besonders bei der nächsten
Generation des Mobilfunkstandards (6G) nicht wieder passieren. So soll verhindert werden, dass EU-Länder wirtschaftlich abgehängt werden könnten. 

Die Vergabe von Frequenzen an
Telekommunikationsanbieter soll neu geregelt werden. Die EU-Kommission
will die Vergabe von Mobilfunkfrequenzen vereinheitlichen und zudem
unbefristet machen, um Telekom, Vodafone und Co. mehr Planungssicherheit
zu geben. In Deutschland hatten die zuletzt 2019 versteigerten Lizenzen
eine Laufzeit bis 2040.

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