Kommunalwahl in Frankreich: Rassemblement National siegt in etwa 30 Städten

In der zweiten Runde der französischen
Kommunalwahlen
hat die rechtspopulistische Partei Rassemblement National
(RN)
in etwa 30 Städten gewonnen. In der südfranzösischen Hafenstadt Toulon scheiterte der RN jedoch. Toulon galt während des Wahlkampfs als
möglicherweise größte Stadt, in der der RN die nächste Bürgermeisterin
stellen könnte. In der südfranzösischen Stadt Nizza setzte sich der mit dem RN verbündete Kandidat Eric Ciotti durch.

In Nîmes, wo der RN sich ebenfalls Chancen
ausgerechnet hatte, setzte sich der Kandidat der kommunistischen Partei
durch. Die Ergebnisse der Großstädte werden erst später erwartet, da die
Wahlbüros dort noch bis 20 Uhr geöffnet waren. Ein Jahr vor der
Präsidentschaftswahl gilt die Kommunalwahl als wichtiger Stimmungstest.

Der ehemalige französische Premierminister Edouard Philippe, der 2027 bei der Präsidentschaftswahl antreten will, ist als Bürgermeister von Le Havre wiedergewählt worden. Der Mitte-Rechts-Politiker gewann Hochrechnungen zufolge die zweite Runde der Kommunalwahl in der nordfranzösischen Stadt.

Linke Kandidaten gewinnen in Paris und Marseille

In den beiden größten Städten Frankreichs setzten sich Kandidaten der Linken durch. In Paris lag der Sozialist Emmanuel Grégoire nach Hochrechnungen deutlich vor der konservativen Ex-Kulturministerin Rachida Dati. In Marseille setzte sich der sozialistische Amtsinhaber Benoît Payan gegen den rechtspopulistischen Kandidaten Franck Allisio durch, mit dem er in den Umfragen zeitweise gleichauf gelegen hatte. Ein Sieg der Rechtspopulisten in der zweitgrößten Stadt Frankreichs
hätte eine große Symbolwirkung mit Blick auf die 2027 anstehende
Präsidentschaftswahl gehabt.

Grégoire hat lange zusammen mit der bisherigen Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo gearbeitet und will deren klima- und fahrradfreundliche Politik fortsetzen. Dati war vom Präsidentenlager unterstützt worden, wobei Präsident Emmanuel Macron öffentlich bestritt, sich persönlich für sie eingesetzt zu haben.

In etwa 1.600 von 35.000 Kommunen gab es eine
zweite Runde, weil in der ersten Runde vor einer Woche kein Kandidat die
absolute Mehrheit erreicht hatte. Bis zum späten Nachmittag gaben nach
Angaben des Innenministeriums gut 48 Prozent der Wählerinnen und Wähler
ihre Stimme ab.

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