Angesichts von Kämpfen zwischen bewaffneten Guerillagruppen in Kolumbien hat UN-Generalsekretär António Guterres zum Schutz der Zivilisten in dem südamerikanischen Land aufgerufen. „Der Generalsekretär ist zutiefst besorgt über die jüngste Gewalt in der Region Catatumbo in Kolumbien“, sagte ein Sprecher von Guterres. Guterres fordere eine „unverzügliche Einstellung von Gewalttaten gegen die Zivilbevölkerung.“
Mindestens 100 Tote
Seit Donnerstag waren nahe der Grenze zu Venezuela im Nordosten Kolumbiens bei Kämpfen zwischen der Guerillagruppe ELN und Splittergruppen der früheren Guerillaorganisation Farc etwa 80 Menschen getötet worden.
Die Region Catatumbo war dabei im Mittelpunkt der Gewalt. Am Montag wurden dann weitere mindestens 20 Tote bei Kämpfen im Amazonasgebiet im Süden des Landes zwischen rivalisierenden Gruppen von Farc-Abtrünnigen gemeldet.
20.000 Menschen auf der Flucht
Nach Angaben des kolumbianischen Militärs haben inzwischen fast 20.000 Menschen ihr Zuhause verlassen, um vor der Gewalt Zuflucht zu suchen. Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro erklärte der ELN am Montag den Krieg und rief den Notstand aus.
Kolumbien leidet seit sechs Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten. 2016 hatte zwar die mit Abstand größte Guerillaorganisation Farc ein Friedensabkommen mit der damaligen Regierung unterzeichnet. Mehrere Splittergruppen der mittlerweile aufgelösten Farc lehnten den Friedensschluss aber ab. Die 1964 gegründete ELN war an dem damaligen Friedensabkommen nicht beteiligt.