Vor Ostern könnte es in Deutschland leere Eierregale geben: Seuchen wie Vogelgrippe und Newcastle-Krankheit bremsen die Produktion, während die Nachfrage steigt.
Unmittelbar vor den Ostertagen steuert Deutschland auf komplett leere Eierregale in den Supermärkten zu. Lücken gebe es bereits seit geraumer Zeit, sagte die Analystin Margit Beck von der Marktinfo Eier & Geflügel (MEG) im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND. „Die Kunden bekommen vielleicht nicht ihr Traum-Ei und müssen bezüglich Farbe oder Haltungsform möglicherweise auf andere Eier ausweichen.“
Vorstellbar sei, dass es am Nachmittag des Karsamstags gar keine Eier mehr gebe. Die gute Nachricht: Trotz der angespannten Lage bleiben die Preise stabil. „Der Lebensmittel-Einzelhandel bedient sich zu festen Jahreskontraktpreisen mit Ware. Deswegen hat er auch keine Veranlassung, jetzt kurz vor Ostern an der Preisschraube zu drehen“, sagte Beck dem RND.
Der Eiermarkt steht bereits seit Längerem unter Druck. Verantwortlich für die zurzeit schwache Produktion sind vor allem Seuchen wie die Vogelgrippe und die nach 30 Jahren erstmals wieder auftretende Newcastle-Krankheit. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Eiern in Deutschland. Im vergangenen Jahr erreichte sie mit 252 gegessenen Eiern pro Kopf einen neuen Höchststand.
Die Newcastle-Krankheit – auch atypische Geflügelpest genannt – ist eine hochansteckende Virusinfektion. In Brandenburger Geflügelbetrieben müssen wegen der Krankheit aktuell weitere 200.000 Tiere getötet werden. Im Landkreis Dahme-Spreewald seien zwei weitere Ausbrüche amtlich festgestellt worden, teilte das Umweltministerium mit. In einem Masthähnchenbetrieb seien etwa 120.000 Tiere betroffen, bei einem Kleinsthalter etwa 30 Tiere.
Außerdem sei die Erkrankung in einem bereits betroffenen Betrieb im Landkreis Spree-Neiße in weiteren Ställen mit etwa 76.000 Tieren festgestellt worden, teilte das Ministerium in Potsdam mit. Zuletzt war die Tierseuche vor rund 30 Jahren in Deutschland aufgetreten. In Deutschland gilt für Geflügelhalter eine Impfpflicht.
Zu den erforderlichen Maßnahmen gehören nach Angaben des Ministeriums „die tierschutzgerechte Tötung der Tiere und die Einrichtung einer Schutzzone im Radius von mindestens drei Kilometern und einer Überwachungszone im Radius von mindestens zehn Kilometern um den Ausbruchsbestand“.
nw
Source: welt.de