Knapp an welcher Rezession vorbei: Deutsche Wirtschaft wächst 2025 leichtgewichtig

Die deutsche Wirtschaft hat im vergangenen Jahr nur mit Mühe den Weg aus der Rezession gefunden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs nach einer ersten Berechnung des Statistischen Bundesamtes preisbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Wachstum sei vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen, sagte die Präsidentin des Amts, Ruth Brand, vor Journalisten in Berlin. Der Export sank. Dazu trugen die amerikanischen Zölle, die stärkere chinesische Konkurrenz und die Aufwertung des Euro bei. Die Investitionsschwäche dauerte an. In Ausrüstungen und in Bauten wurde weniger investiert als zuvor.

In den Jahren 2023 und 2024 war das Bruttoinlandsprodukt geschrumpft, und zwar um 0,9 und um 0,5 Prozent. Das BIP liegt preisbereinigt nur 0,25 Prozent höher als im Jahr 2019, dem Jahr vor der Pandemie. Eine so lang andauernde und tiefe Schwächeperiode hat es seit 1950 in der Bundesrepublik nicht gegeben.

Schuldenpaket und mehr Arbeitstage könnten Wachstum ankurbeln

Konjunkturforscher prognostizieren für dieses Jahr eine Steigerung der Wirtschaftsleistung um etwa ein Prozent. Diese Erwartungen stützen sich vor allem darauf, dass die Bundesrepublik schuldenfinanziert mehr Geld für Verteidigung und Infrastruktur ausgibt. Es wäre ein staatlich kurzzeitig angeschobenes Wachstum. Zugleich gibt es in diesem Jahr im rechnerischen Durchschnitt 2,4 Arbeitstage mehr als im vergangenen Jahr. Nach Berechnung des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wird alleine dieser Effekt das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um etwa 0,3 Prozentpunkte steigern.

Jüngste Konjunkturdaten zeigen zur Jahreswende ein gemischtes Bild. Der Auftragseingang und die Produktion in der Industrie hatten sich zuletzt verbessert und deuten möglicherweise eine Wende nach oben an. Doch die Stimmung der Unternehmen hat sich in Umfragen zum Geschäftsklima eingetrübt. Vor allem die Erwartungen der Unternehmen über die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten geben nach. Das spiegelt die Unzufriedenheit der großen Wirtschaftsverbände über die Bundesregierung, die nach Einschätzung der Unternehmen zu wenig Reformen für mehr Wachstum in die Wege geleitet hat.

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