Am Donnerstag soll es endlich so weit sein. Union und SPD wollen erlauben, was in Deutschland verboten ist: Ausfuhr und inländische Speicherung von abgeschiedenem Kohlendioxid. So öffnen sie einer Anwendung der inzwischen gereiften CCS-Technik (Carbon Capture and Storage) die Tür.
Noch ist das Verfahren teuer, aber preissenkende Lernkurven dürften sich schnell einstellen. Das Gesetz ist ein seltener Ausweis für einen neuen politischen Realitätssinn in der Klimatransformation. Bisher fiel die deutsche Politik damit auf, Unternehmen und Bürgern besonders ehrgeizige Ziele zu setzen, ihnen zugleich aber kostensparende und innovative Wege dorthin zu versperren.
Solche Borniertheit, die in der Abschaltung des günstigen heimischen Kernkraftstroms gipfelte, kann sich das Land ökonomisch nicht mehr leisten. Doch merkt die Regierung, wie schwer es ist, das Regelungs- und Verbotsdickicht zu lichten, das ihre Vorgänger oft über Brüsseler Bande aufgebaut haben. Das Speicher-Gesetz nährt zumindest die Hoffnung, dass es auch hierzulande bald öfter heißen könnte: Da geht was!