Klimaneutrale Finanzmärkte: Altersvorsorge soll dem Klima herhalten

Die Luft ist raus aus der Klimapolitik. Zu viele Themen haben sich in der Prioritätenliste davorgeschoben. In der Realwirtschaft ist zum Teil zu beobachten, dass sich Unternehmen zurücklehnen und die ökologische Transformation schon für vertagt halten.

Angesichts dieser Realitätsbeschreibung mag es verwundern, dass an den Finanzmärkten unverdrossen weiter nachgedacht wird, wie sich Klimaneutralität erreichen lässt.

Die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder, eine der großen Altersvorsorgeeinrichtungen des Landes, hat nun öffentlichkeitswirksam dieses Ziel ausgegeben, das viele Versicherer und Fondsgesellschaften schon seit Längerem anstreben.

Als einen wesentlichen Grund nennen die Verantwortlichen die Bepreisung von Kapitalanlagen, die ein wachsendes physisches Risiko durch den Klimawandel spiegelten. Auch deutsche Banken wollen nicht nachlassen, ihre Kreditportfolios um Klimarisiken zu bereinigen.

Derzeit scheinen von der Altersvorsorge und der Kreditvergabe also wesentliche Impulse auszugehen, den Pfad zur Klimaneutralität weiter zu beschreiten – nicht nur, weil die Regulierung sie dazu treibt, sondern weil Marktsi­gnale in diese Richtung weisen.

Zumindest in den Kapitalanlageklassen, in denen institutionelle Investoren aktiv sind (also Aktien, Anleihen und Immobilien), werden die Themen Klimaschutz, Transformation und Nachhaltigkeit also noch eine ganze Weile präsent bleiben.

Source: faz.net