KI-Investitionen: Ganz oder keiner

Sollten all die Diskussionen um eine mögliche Investitionsblase im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) die Chefs der amerikanischen Techkonzerne berührt haben, so lassen sie sich jedenfalls nichts anmerken. Die jüngst vorgelegten Jahresbilanzen zeigen, dass die KI-Bonanza weitergeht, und zwar nach dem Motto: höher, schneller, weiter.

Der Google-Konzern Alphabet investierte schon im vergangenen Jahr 91 Milliarden Dollar, zum Großteil in Rechenzentren. Dieses Jahr stellt der Konzern eine sagenhafte Summe zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar in Aussicht. Der Facebook-Konzern Meta plant nach 72 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr für das laufende Jahr mit Investitionen zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar. Und Amazon erwägt Medienberichten zufolge, 50 Milliarden Dollar in den ChatGPT-Entwick­ler Open AI zu investieren.

Investitionslaune der Tech-Bosse hebt Risiken nicht auf

Das heißt freilich nicht, dass die Risiken auf dem KI-Markt sich in Luft aufgelöst hätten. Die industrielle Adaption läuft immer noch schleppend, ein tragfähiges Geschäftsmodell hat die Branche noch nicht, die Infrastrukturanbieter verschulden sich immer stärker, und die Abhängigkeit der US-Aktienmärkte von KI-Konzernen bleibt hoch.

Aber die Tech-Bosse halten ganz offensichtlich das Risiko, den Anschluss in der Schlüsseltechnologie KI zu verpassen, für größer als das Risiko, einige Dutzende Milliarden in den Sand zu setzen. Sie gehen von einem Markt aus, in dem es schlussendlich nur ein oder zwei Gewinner geben kann – und setzen dementsprechend alles daran, zu diesen Gewinnern zu gehören.

Das bedeutet gleichwohl auch, dass es Verlierer geben muss. Die gesamtwirtschaftlichen Folgen könnten erheblich sein. Nicht zuletzt aus diesem Grund spekuliert wohl der ein oder andere Manager, dass die US-Regierung den Ausbau der KI-Infrastruktur im Fall der Fälle schon mit Staatsgeldern stützen würde.

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